Glyphosat: So setzen es Landwirte wirklich ein Premium

Glyphosat ist bei uns in die öffentliche Kritik geraten, obwohl der Einsatz deutlich niedriger ist als in den USA, Kanada und Australien. Eine neue Umfrage zeigt, wie und warum Landwirte hierzulande den Wirkstoff tatsächlich nutzen.

Der Einsatz von Glyphosat ist weit verbreitet, aber auch umstritten. Speziell die unterschiedlichen Bewertungen der gesundheitlichen Risiken des Wirkstoffes sorgen derzeit für Diskussionen (siehe dazu Seite 13 dieser Ausgabe).

Die Einführung gentechnisch veränderter herbizidtoleranter Kulturen wie Mais, Soja und Baumwolle Mitte der 90-iger Jahre hat den Glyphosat-Verbrauch weltweit stark steigen lassen. In der EU ist ihr Anbau verboten. Dennoch ist der Wirkstoff auch bei uns unter Beschuss geraten. Zugelassen ist er in Deutschland als Herbizid und unter bestimmten Bedingungen als Sikkationsmittel zur Ernteerleichterung.

Wie und warum Landwirte Glyphosat bei uns tatsächlich einsetzen, darüber ist jedoch relativ wenig bekannt. Daher haben Wissenschaftler der Universität Göttingen im letzten Winter eine bundesweite Umfrage zum Glyphosat-Einsatz durchgeführt. Daran haben über 2 000 Landwirte teilgenommen. Das ermöglicht einen detaillierten Einblick in die Glyphosat-Anwendung auf deutschen Äckern. Hier stellen wir erste Ergebnisse der Umfrage vor.

Glyphosat auf 37 % der Fläche:

Im letzten Anbaujahr haben 15 % der befragten Landwirte komplett auf Glyphosat verzichtet. Vor allem in Grünland­regionen wenden sie es wenig an, da man Glyphosat hier nur beim Umbruch bzw. bei Neueinsaat nutzt. Der Einsatz im vergangenen Anbaujahr war durchschnittlich. Die feuchte Witterung während und nach der Getreideernte hat nur bei 10 % der Befragten für einen höheren Einsatz gesorgt. Auf 37,1 % der Ackerfläche (AF) wenden die befragten Betriebe jährlich den Wirkstoff Glyphosat an. Dabei ist zwischen diesen drei Anwendungen zu unterscheiden:

  • Stoppelbehandlung: Sie dient unter anderem dazu, Auflaufgetreide oder Wurzelunkräuter im Anschluss an die Ernte einer Druschfrucht zu bekämpfen. Sie erfolgt entweder auf einem Stoppelacker ohne Bodenbearbeitung oder nach einem flachen Arbeitsgang mit dem Grubber oder der Scheiben­egge. Diese Anwendung erfolgt auf etwa 22,2 % der AF. Sie ist die wichtigste Anwendung für Glyphosat.
  • Vorsaatbehandlung: Diese führt man...

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