Klimagerechter düngen?

Regionale, hochwertige Lebensmittel auf der einen Seite und ambitionierte Klimaziele auf der anderen. Lässt sich das zusammenführen?

Stickstoff ist der Nährstoff Nr. 1 und die Grundlage für stabile Erträge und regionale Versorgungssicherheit. Beim Düngen können jedoch klimaschädliche Ammoniakemissionen entstehen. Über die sogenannte NEC-Richtlinie hat sich Deutschland verpflichtet, den NH3-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 29% zu senken.

Dazu kommt, dass der EU-Kommission die geplanten Verschärfungen in den roten Gebieten in puncto Nitrat nicht weit genug gehen und Deutschland kürzlich weitergehende Vorschläge zur Reduktion nach Brüssel geschickt hat. Die Frage ist nun: Kann man effizient düngen und dabei die Klima- und Umweltziele erreichen? Darum ging es bei der top agrar-Veranstaltung „Landwirtschaft im Dialog“, die am 11. Februar 2020 in der Hessischen Landesvertretung in Berlin mit über 160 Teilnehmern stattfand.

Dass die Düngung für stabile Ernten und für die Produktion von heimischen Nahrungsmitteln essenziell ist, betonte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) in ihrem Impulsreferat. Sie wies aber auch auf die Schattenseiten hin. „Rund 28% der von den Ländern gemeldeten Grundwassermessstellen weisen zu hohe Nitratgehalte von über 50 mg/l auf“, so die Ministerin. Die EU erwarte nun eine zügige Reduktion über eine verschärfte Düngeverordnung (DüV), zumal Deutschland bereits auf Nichteinhaltung der Wasserrahmenrichtlinie vom EuGH verklagt wurde. Ein Zweitverfahren will Klöckner in jedem Fall abwenden.

Hinsichtlich der Repräsentativität des Messstellennetzes verwies die Ministerin auf die Möglichkeit der Bundesländer zur Binnendifferenzierung. Sie will diese verpflichtend über die DüV einführen, um die roten Gebiete verursachergerechter festzulegen. Nordrhein-Westfalen und Bayern seien gerade dabei, ihre Gebiete noch einmal zu überprüfen. Klöckners Ziel sind bundesweit einheitliche Messbedingungen.

Der Schlüssel, um die Vorgaben der DüV, insbesondere in den roten Gebieten, erfüllen zu können, ist ihrer Ansicht nach ein noch effizienteres Düngen. Wie das aussehen kann, hat das BMEL in der Ackerbaustrategie vorgeschlagen. Dies sei kein Handbuch, aber ein Handlungsrahmen. Zudem seien Innovation, Forschung und Förderung wichtig, um das Effizienzziel zu erreichen. Damit die Landwirte z.B. in emissionsärmere, präzisere Ausbringtechniken investieren können, sind laut Klöckner finanzielle Mittel von über 2...


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