Krautfäule: Wer zu spät kommt, hat verloren Plus

Bei der Bekämpfung von Krautfäule und Alternaria müssen Sie die Saison über flexibel bleiben. Nutzen Sie dabei die Eigenschaften der Wirkstoffe. Mehr dazu verrät Karl Gröschl, N.U. Agrar.

Häufige Pflanzenschutz-Überfahrten sind für Kartoffelanbauer normal. Vor allem bei der Krautfäule gilt das Sprichwort „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Fast jeder hat schon diese Erfahrung gemacht. Sobald die Krautfäule auftritt, wird’s richtig teuer. Prognosemodelle dienen meist nur zur Orientierung.

Für den Anbauer zählt vor allem die Sicherheit. Denn mit den Pflanzenschutzmaßnahmen sichert er Umsätze von 4000 bis 6000 €/ha ab. Dennoch gibt es viel Optimierungspotenzial. Dazu muss man die Biologie der Pilze und die Wirkung der Fungizide verstehen.

Nach wie vor ist Krautfäule die dominierende Blattkrankheit der Kartoffel. Spritzungen richten Anbauer in der Regel nach diesem Pilz aus. Zudem gibt es jedoch viele andere Krankheiten, die man mit guten Neben- oder sogar mit Primärwirkungen erfasst. Einen sehr hohen Stellenwert hat mittlerweile Alternaria. Während sie in den neunziger Jahren ein Phänomen des Südens war, ist sie nun in allen Kartoffelregionen mehr oder weniger stark vertreten. Sporadisch beschäftigt uns vor allem im Norden Sklerotinia. Auch Botrytis ist witterungsbedingt regelmäßig anzutreffen. In engen Kartoffelfruchtfolgen tritt in der Regel Colletotrichum auf.

Eigenheiten des Gegners:

Die Krautfäule hat grundsätzlich drei Möglichkeiten, den Bestand zu infizieren:

  • Der Sporenflug, die sogenannte Sekundärinfektion ist der häufigste Weg. Ausgehend von Abfallhaufen oder Frühkartoffelbeständen mit Befall werden die Sporen teils über weite Entfernungen zu den Beständen transportiert.
  • Die Infektion aus der befallenen Mutterknolle (Primärinfektion). Dabei sporuliert der Erreger entweder an der Knollenoberfläche oder ein Myzel wächst systemisch in den Stängel. Neben dem schwer einzuschätzenden Ausgangsbefall des Pflanzguts spielt die Bodenfeuchte hierbei eine große Rolle.
  • Die Infektion über Dauersporen im Boden (Oosporen). In engen Fruchtfolgen – mit vor allem sehr späten Sorten – kann es theoretisch zur Bildung von Dauersporen kommen.

Nachdem eine Spore zur Pflanze gelangt ist, geht es ziemlich schnell. Die Infektionsdauer beträgt wenige Stunden. Je höher die Konzentration an Zucker und Aminosäuren im Blatt ist, desto schneller keimt sie aus. Dies erfolgt in der Regel im oberen Blattbereich.

Eine üppige Stickstoffversorgung beschleunigt die Entwicklung der Krautfäule. Eine gewisse Feuchtigkeit ist für die Keimung notwendig. Keimt die Spore direkt als Sporangium (Sporenbehälter), erfordert dies etwa 4 Stunden Blattnässe und in jedem Fall Temperaturen von mehr als 10°C. Wird über die Zoosporen (bewegliche Sporen) infiziert, muss die Luftfeuchtigkeit über einen längeren Zeitraum sehr hoch sein. Die Temperatur spielt hier eine sehr untergeordnete Rolle.

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