Nährstoffvergleich: Fit für die CC-Kontrolle

Die 8 häufigsten Fehler bei Nährstoffvergleichen und wie Sie diese vermeiden, verrät Dr. Friedhelm Fritsch, Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück.

Mit der Düngeverordnung schreibt der Gesetzgeber für die meisten landwirtschaftlichen Betriebe jährliche Nährstoffvergleiche vor. Cross Compliance-Kontrolleure prüfen diese gemäß der EU-Nitratrichtlinie. Verstöße werden sanktioniert, das heißt Betriebsprämien gekürzt. Aber auch für Verstöße, die bei Fachrechtskontrollen festgestellt werden, drohen Bußgelder.

Gründe genug, sich als Landwirt mit Nährstoffvergleichen zu beschäftigen und diese selbst zu erstellen. Doch obwohl das Berechnen eines Nährstoffvergleiches seit 17 Jahren vorgeschrieben ist, tun sich einige Landwirte immer noch sehr schwer damit. Dabei kann ein Nährstoffvergleich die Visitenkarte des Betriebes sein. Denn er ist zumindest Teil einer umfassenden Betriebsbewertung zur Nachhaltigkeit der Produktion.

Feld-Stall-Bilanz:

Die Düngeverordnung lässt seit 2006 nur noch das Prinzip der Feld-Stall-Bilanz gelten, obwohl dieser Begriff in der Verordnung gar nicht auftaucht. Dies bedeutet: Jeder Betrieb muss alle Zu- und Abfuhren der Nährstoffe Stickstoff und Phosphat seiner landwirtschaftlich genutzten Flächen (inkl. N-Bindung der Leguminosen) aufzeichnen (Übersicht 1).

Die betriebseigenen Wirtschaftsdüngermengen müssen Sie bei der Feld-Stall-Bilanz nicht berechnen. Stattdessen erfassen Sie die N- und P-Ausscheidungen der durchschnittlich gehaltenen Tierzahlen der einzelnen Kategorien. Je nachdem, welche Tierart Sie halten, und ob Gülle oder Mist plus Jauche anfällt, können Sie für die N-Ausscheidungen nach Tabellenwerten in den Vordrucken bzw. PC-Programmen unterschiedlich hohe Ammoniakverluste im Stall, bei Lagerung und Ausbringung pauschal anrechnen. Bei Weidegang können Sie sogar noch mehr abziehen (Übersicht 2). Anders ist es bei den P-Ausscheidungen: Diese müssen Sie zu 100 % erfassen.

Doch aufgepasst: Die N-Verlustabzüge im Nährstoffvergleich sind nicht dieselben wie beim Berechnen des N-Anfalls aus der Tierhaltung, bei dem kontrolliert wird, ob Sie die N-Obergrenze von 170 kg N/ha einhalten! Hierbei dürfen Sie die N-Ausbringungsverluste nicht abziehen. Denn dies alles regelt die Düngeverordnung. Die Länder haben dabei keinen Spielraum.

Zu- oder Verkäufe von Wirtschaftsdüngern werden mengenmäßig (nicht nach Tierzahlen!) erfasst. Für ihre Ausbringung können Sie bis etwa 15 % N-Ausbringungsverluste abziehen. Biogasbetriebe multiplizieren der Einfachheit halber am besten die Gärrestmengen mit deren Nährstoffgehalten. Dabei sollten Sie plausible Analysenwerte verwenden.

Idealerweise bezieht sich der Nährstoffvergleich auf ein Erntejahr, z. B. einschließlich einer Herbstdüngung im...