Weidelgras – der neue Ackerfuchsschwanz?

Vom feuchten Jahr 2021 profitierten nicht nur die Futterbauerträge, sondern leider auch Unkräuter und Ungräser. Neben Disteln, Quecken und Winden traten Fuchsschwanz, Trespen und Flughafer verstärkt auf. Zudem waren Weidelgräser (Lolium spp.) vermehrt zu finden – diese könnten sich künftig zu Problemungräsern entwickeln.

Hartnäckiges Ungras

Im Vergleich zum Fuchsschwanz ist der Anteil an Flächen, auf denen Weidelgras steht, zwar verschwindend gering. Dort wo es steht, ist das Schadpotenzial aber enorm. In wärmeren Regionen, wie z.B. in Spanien und Frankreich (südwestlich von Paris), gehören Weidelgräser neben Hirsen zu den wichtigsten Ungräsern. Fuchsschwanz spielt keine Rolle. Die Bekämpfung gestaltet sich dort zunehmend problematsich, da die Anzahl herbizidresistenter Populationen zunimmt.

Auch aus diesem Grund stammen z.B. der „TopCut collect“ oder der „Seed Terminator“ aus diesen Ländern. Mit dem TopCut collect lässt sich das Unkraut/Ungras, das über der Kultur steht, abschneiden und einsammeln. Der Seed Terminator entspricht einer am Drescher angebauten Mühle, mit der Kaff und Samen zermahlen werden.

In Deutschland beschränkte sich das Auftreten von Weidelgrasvorkommen bislang auf Regionen in Mecklenburg-Vorpommern (MV), Schleswig-Holstein (SH), Sachsen und Hessen. In den letzten Jahren hat sich die Art aber weiter ausgebreitet – mittlerweile gibt es in fast allen...