Biogas: Runter mit den Stromkosten! Plus

Wenn Biogasanlagen Strom für Pumpen, Rührwerke oder das BHKW aus dem Netz ziehen, wird es teuer. Wir stellen Lösungen gegen den teuren Strombezug vor.

Helmut Wasmeier kann es nicht fassen: Innerhalb eines Jahres hat sich seine Stromrechnung mehr als verzehnfacht – und das bei konstantem Verbrauch! Der Landwirt aus Postmünster (Niederbayern) betreibt eine Biogasanlage mit 100 Kilowatt (kW) Leistung. Den produzierten Strom speist er in das Mittelspannungsnetz ein. Er ist wie viele der rund 8000 Anlagenbetreiber in Deutschland ein sogenannter Überschusseinspeiser, was bedeutet: Er nutzt einen Teil des produzierten Stroms für Komponenten wie Rührwerke, Pumpen, Gasverdichter oder Kühlung des Blockheizkraftwerks (BHKW) selbst.

Doch die Anlage kann sich nicht das ganze Jahr komplett selbst versorgen. Wird das BHKW zur Wartung abgeschaltet oder fällt es bei einer Störung aus, ziehen die anderen Aggregate den Strom aus dem Netz. In Wasmeiers Fall sind das nur rund 10 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Im Jahr 2014 hatte der Landwirt für zwölf Monate insgesamt 116,25 € (brutto) gezahlt: 19 ct/kWh als Arbeitspreis und ein Grundpreis von knapp 100 €.

Preis verzehnfacht:

Im Jahr 2015 änderte sich das dramatisch: „Auf einmal musste ich im Monat 150 bis 200 € bezahlen. Pro Jahr sind das über 2000 €“, rechnet er empört vor.

Was war passiert? Im Jahr 2014 informierte ihn der zuständige Stromversorger E.ON über eine Änderung der Stromnetzzugangsverordnung. Danach müssen Betreiber von Anlagen, die Strom nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einspeisen, für den Bezugsstrom einen Liefervertrag mit einem Stromanbieter abschließen. Bis dato hatten Wasmeier und viele andere Kollegen den Strom aus dem Netz der Bayernwerk AG bezogen, die aber als Netzbetreiber keinen Strom liefern darf.

Dazu kommt: Nach dem EEG sind Betreiber von Anlagen ab 100 kW Leistung seit dem Jahr 2012 verpflichtet, eine technische Einrichtung „zur Abrufung der Ist-Einspeisung“ zu installieren. Der Netzbetreiber kann damit die Menge des eingespeisten und des bezogenen Stroms jederzeit feststellen.

Betreiber, die Strom über einen Trafo ins Mittelspannungsnetz einspeisen und auch beziehen, müssen damit zur „Registrierenden Leistungsmessung“ (RLM) wechseln.

Hoher Grundpreis:

Bei der RLM fällt ein deutlich höherer Grundpreis an, der sich vor allem wegen...

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