Das zweite Leben Ihrer Solaranlage

Auch nach 20 Jahren können die meisten Photovoltaikanlagen weiter Strom produzieren. Es gibt viele Ideen, wie Sie ohne EEG-Förderung Strom verkaufen können.

Im April 2020 wird das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 20 Jahre alt. Für die ersten Pioniere läuft im nächsten Jahr der Anspruch auf die staatlich festgelegte Vergütung aus. Betroffen sind auch 10000 Betreiber von Photovoltaikanlagen.

Nach Angaben der Branchenvereinigung „Solar-Cluster Baden-Württemberg“ kostet der Strom vom Dach von älteren, bezahlten Anlagen nur noch rund 2 bis 4 ct/kWh. Kosten entstehen in der Regel nur durch Gebühren für Zähler und evtl. Wartung, Reparatur und Versicherung. „Wer sich unsicher ist, sollte vor dem Weiterbetrieb von Experten prüfen lassen, in welchem Zustand die Anlage ist und ob sie noch für weitere Jahre effizient Strom erzeugen kann“, rät Larissa Auzinger vom Centralen Agrar-Rohstoff-Marketing- und Energie-Netzwerk (C.A.R.M.E.N.) aus dem bayerischen Straubing.

Denn sind erst noch aufwendige Investitionskosten nötig für neue Module, Gestelle, Kabel oder Wechselrichter, lohnt sich der Weiterbetrieb womöglich nicht. „Ebenso sollte man prüfen, ob nicht der Austausch der alten Anlage durch eine effiziente, neue wirtschaftlicher ist“, sagt sie.

Wer Strom für 2 bis 4 ct/kWh dauerhaft produzieren kann, hat folgende Möglichkeiten (Übersicht 1):

  • Vermarktung des Stroms an der Strombörse zu üblichen Marktpreisen,
  • Selbstverbrauch,
  • Lieferung an andere Kunden.

Weitere Einspeisung ins Netz

Auch nach Ablauf der EEG-Vergütung kann der Betreiber weiter die Vorteile des EEG nutzen: Der Netzbetreiber ist weiterhin verpflichtet, den Strom bevorzugt abzunehmen. „Viele Betreiber meinen fälschlicherweise, dass sie dann automatisch den Börsenstrompreis erhalten. Aber dafür müssen sie einen Vermarkter finden, der den Strom an der Börse verkauft“, schränkt sie ein. Dieser berechnet für seine Dienstleistung auch eine Gebühr.

Momentan erscheint der Börsenstrompreis attraktiv: Er ist im vergangenen Jahr gestiegen und lag mit durchschnittlich 4,8 ct/kWh rund 13% höher als im Jahr 2018. Allerdings schwankt er und kann auch wieder fallen. Zudem speisen bei viel Sonne alle Solaranlagen Strom ein, was den Preis an der Börse sinken lässt. Das könnte dazu führen, dass Solaranlagenbetreiber weniger als den Durchschnittspreis erhalten.

Lieferung an versorger

Eine Alternative wäre es, den Strom an Energieversorger abzugeben, z.B. an Ökostromanbieter oder Stadtwerke. Damit wären unter Umständen höhere Preise als der Börsenstrompreis möglich. Bislang war das nur für Anlagen ab 200 bis 300kW lukrativ. Denn der Stromabnehmer hat unabhängig von der Anlagengröße laufende Kosten für die Verwaltung, das Kontrollieren der Strommengen...


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