Energie aus Heu und Heckenholz Premium

In jeder Gemeinde fallen bei der Hecken- oder Grünflächenpflege große Mengen Biomasse an. Wie sich das Material energetisch ­nutzen lässt, erklärt Christian Letalik von C.A.R.M.E.N. aus Straubing.

Der zunehmende Anbau von Mais für Biogasanlagen stößt bereits heute regional an seine Grenzen. Und auch die Papier- und Möbelindustrie fürchtet um ihren Grundstoff Holz, der immer häufiger im Ofen landet. Um dieser Konfliktsituation rechtzeitig zu begegnen, fordern Wissenschaftler und Politiker für die Energieerzeugung verstärkt Reststoffe einzusetzen. Eine wachsende Bedeutung gewinnt dabei Landschaftspflegematerial. Sein Potenzial wird auf bundesweit mehrere Millionen Tonnen geschätzt.

Mehr als 5 % der bundesdeutschen Flächen werden aktuell als Naturschutzflächen anerkannt, Tendenz steigend. Denn die Europäische Union fordert die Ausweitung der so genannten FFH (Flora-Fauna-Habitat) – Verbundflächen in den Mitgliedsstaaten auf 10 % der Gesamtfläche.

Landschaft offen halten

Hinzu kommt, dass sich die Rinderbestände in Deutschland in den letzten 20 Jahren von annähernd 20 Mio. Tieren auf knapp 13 Mio. reduziert haben. Damit fallen auch Grünlandflächen aus der bisherigen Bewirtschaftung als Weide oder Wiese heraus. Werden diese nicht regelmäßig gemäht, droht die Verbuschung und schließlich die Ausbreitung von Wald, wie sich am Beispiel des Schwarzwaldes zeigt. Die ener­getische Nutzung kann helfen, diese Grünlandflächen offen und damit das Landschaftsbild – nicht zuletzt für den Tourismus – zu erhalten.

Allerdings ist Landschaftspflegematerial nicht so homogen wie Mais oder Holz aus dem Wald. Je nach Jahreszeit oder Art der Naturschutzfläche fallen Materialien mit unterschiedlichen physikalischen und chemischen Eigenschaf­ten an.

Am Beispiel einer Streuobstwie­se lässt sich das besonders gut darstellen:

Hier fällt krautiges, halmgutartiges Material an, das dem Biotop in der Regel durch ein- bis zweimalige Mahd als überständiges Gras im Sommerhalbjahr entnommen wird (je nach Standort und Witterung im Durchschnitt 3 bis 6 t Frischmasse (FM) pro ha).

Dazu kommt der jährliche Obstbaumschnitt, der im Winterhalbjahr als holzige Biomasse in der Größenordnung von 1 bis 3 t FM/ha anfällt. In intensiv betriebenen Obstplantagen (Bodenseeregion) können sogar bis zu 10 t FM/ha an Pflegeschnittholz ...

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