Ganz oder gar nicht

Martin und Lisa Schlue sind vom Nebenerwerb in den Vollerwerb umgestiegen. Dazu haben sie einen Rindermaststall für 240 Tiere gebaut. Ein weiterer Stall und eine Biogasanlage sollen folgen. Sie setzen auf Direktvermarktung. Ziel ist, die gesamte Wertschöpfungskette abzubilden.

Durchstarten oder verkaufen? Für Martin Schlue aus Horn-Bad Meinberg (Nordrhein-Westfalen) gab es nur diese beiden Optionen. Vor vier Jahren traf er gemeinsam mit seiner Frau Lisa die Entscheidung, den Nebenerwerbsbetrieb mit 130 ha Fläche und 25 Mutterkühen plus Nachzucht zu einem Vollerwerbsbetrieb umzugestalten.

Schon 2006 übernahm er den Betrieb von seinem Großvater. „Bis 2018 war ich angestellt in Vollzeitjobs und habe den Hof nebenbei geführt“, erklärt der Landwirt. Auf Dauer wurde das zu viel. Er wollte den Hof halten, entwickelte gemeinsam mit seiner Frau ein neues Konzept und gab seinen Vollzeitjob auf.

Partnerbetriebe mit im Boot

Zusätzlich zum Ackerbau gehörten damals 25 Mutterkühe plus Nachzucht zum Betrieb. Heute zählt der Hof rund 60 Mutterkühe plus Nachzucht sowie 320 Masttiere.

Tierwohl stand bei dem Bau des neuen Stalls im Vordergrund. „Wir haben unsere Hofstelle um einen neuen Maststall, eine Fahrsiloanlage, eine Mistlagerfläche und um eine Strohlagerhalle erweitert“, sagt Martin Schlue. Zuvor wirtschaftete er in den vorhandenen Altgebäuden, die er auch heute noch nutzt: In den umgebauten Pferdeboxen sind die Kälber untergebracht. Im Winter finden die Mutterkühe in einer alten Remise Schutz vor Kälte und Nässe, die der Landwirt mit einem Schleppdach erweitert hat. Im Altgebäude ist auch der Quarantänestall für die Zukauftiere untergebracht. Martin Schlue kauft von Betrieben aus der Region im Frühjahr und im Herbst je nach Bedarf etwa 150 Absetzer zu. Damit keine Krankheitserreger in den großen Maststall gelangen, bleiben die rund 300 kg schweren Tiere zunächst 28 Tage in Quarantäne.

Neuer Maststall

In dem 2019 erbauten Tretmiststall ist Platz für 240 Tiere. Die Rinder stehen dort zu zehnt zusammen in einer Bucht, die 5% Gefälle nach hinten hat. „Alle acht bis zehn Tage schieben wir den Mistgang ab“, erklärt Martin Schlue. Dazu gittert er die Tiere im Strohbereich ab. Den Mistgang nutzt der Betrieb ebenfalls als Treibgang. Denn hin und wieder wechseln die Rinder die Buchten, allerdings unabhängig vom Alter: „Wenn sich in einer Bucht mit leichten Tieren zu viel Mist angestaut hat, tauscht die Gruppe die Bucht mit schwereren Bullen, die den angesammelten Mist zuverlässig raus treten“, erklärt der Landwirt. Die Tiere lernen so auch den Treibgang kennen, was das spätere Verladen vereinfacht.

Martin Schlue möchte den Mist aus dem Stall in einer 99 kW-Biogasanlage, die ausschließlich mit Festmist gespeist wird, in Energie umwandeln. „Die Baugenehmigung liegt vor. Aktuell...

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