Tierärztliche Vereinigung

Kükentötung: TVT fordert Ausstiegsdatum und Zweinutzungshühner

Die Tierärztliche Vereinigung präferiert den vermehrten Einsatz von Zweinutzungshühnern. Beim Kükentöten bedauert sie aber, dass dafür kein konkretes Datum vorgegeben wird.

Laut Bundesverwaltungsgericht ist das Töten männlicher Küken aus Legelinien weiterhin solange zulässig bis Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Ei zur Verfügung stehen. Gleichzeitig hat das Gericht festgestellt, dass das wirtschaftliche Interesse an speziell auf eine hohe Legeleistung gezüchteten Hennen kein vernünftiger Grund entsprechend des Tierschutzgesetzes für das Töten der männlichen Küken aus diesen Zuchtlinien sei.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz begrüßt diese Feststellung und damit den Ausstieg aus der Kükentötung, bedauert aber, dass dafür kein konkretes Datum vorgegeben wird. Die Vereinigung fordert einen zügigen, schrittweisen, rechtlich bindenden Ausstieg bis Anfang 2023, verbunden mit der vermehrten Ausrichtung auf Zweinutzungshühner – im Gegensatz zu der heute üblichen Trennung von Legehennen und Masttieren.

Um das Kükentöten zu vermeiden, haben einige Landwirte bereits mit einer Übergangslösung reagiert: Trotz der geringen Mastleistung werden die männlichen Küken der Legerassen mitaufgezogen, finanziert wird dies über einen Aufschlag von 2-4 Cent auf den Eierpreis.

Die TVT präferiert allerdings den vermehrten Einsatz von Zweinutzungshühnern, der bereits auch von einigen Landwirten praktiziert wird. „Die Geschlechtsbestimmung im Hühnerei ist, ebenso wie die Aufzucht von Hähnen der Legehühner samt Quersubventionierung durch den Eierpreis hilfreich, um die Tötung der männlichen Küken überflüssig zu machen. Das Zweinutzungshuhn ist aber ein gangbarer Weg, der darüber hinaus die zusätzlich bestehenden Probleme in der Mast- und Legehuhnhaltung übergreifend angeht. Diese nationale Umstellung muss selbstverständlich mit einer Aufklärungskampagne gekoppelt werden, die das Ziel haben muss, dass der Verbraucher die dann etwas teureren deutschen Geflügelprodukte mit einem ethischen Mehrwert bevorzugt.“, so Thomas Blaha, stellvertretender Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.

Da das Gericht den Ausstieg aus der Tötung zeitlich nicht fixiert hat, fordert die TVT hierfür verbindliche Daten und legt ein dreijähriges Ausstiegskonzept vor, wie schrittweise ab 2020 die Anzahl von getöteten Hahnenküken reduziert und schließlich bis 2023 beendet werden kann.

DBV: "Umweltministerin nicht zum Dialog mit den Bauern bereit"

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Hermann Reinmuth

Insel denken

die Kugel ist Rund, die Frage ist: Wann wird in"D" kein Nutztier mehr gehalten? Denn alles was Importiert wird, ist bei dem Tierwohl,Artgerechtehaltung,Antibiotika u.s.w. Welten vorraus!!??

von Erwin Schmidbauer

Schon mal nachgedacht?

Das Zweinutzungshuhn mag ein gangbarer Weg sein, aber ist es der bessere Weg? Vielleicht ist Prof. Blaha mit dieser Frage überfordert, weil es eine wirtschaftliche ist und keine Glaubensfrage?//Ich bezweifle, dass das Zweinutzungshuhn der bessere Weg ist, weil die Hühner weniger Eier legen (höhere Kosten durch höheren Futterverbrauch pro Ei), die Hähne aber im Vergleich zu den Hähnen der Legerassen nicht diese höheren Kosten durch besseres Wachstum und geringeren Futterverbrauch einsparen. Für mich ist nach wie vor die beste Lösung: Bruderhähne mästen, später Geschlechtsbestimmung, so dass sie nicht schlüpfen.

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