Pflanzenbau

Striegel und Hacke: Auf die Einstellung kommt es an

Striegel und Hacke wirken effizient, wenn sie richtig eingestellt sind und ihr Einsatz kulturspezifisch erfolgt. Die Bioberater Alexander Watzka und Erhard Gapp zeigen, wie es geht.

Folgende Einsatzstrategien empfehlen sich nach Aussage unserer Autoren, Alexander Watzka, Bioland-Beratung und Erhard Gapp, Demeter-Beratung, für den Einsatz von Hacke und Striegel bei Erbsen und Ackerbohnen.

Ackerbohne

Maßnahme

Blindstriegeln

Striegeln

Maschinenhacke

Häufigkeit

1 - 2 x

1. Einsatz

2. Einsatz u. evtl. folgende

1. Einsatz

2. Einsatz

3. Einsatz u. evtl. folgende

Zeitpunkt

Solange Keimspross 3 cm unter Oberfläche bleibt

Ab 2-Blatt-Stadium (ca. 5 cm)

je nach Beikrautbesatz bis Reihenschluss

Ab Sicht der Reihen

Je nach Beikraut

Je nach Beikraut bis Reihenschluss

Arbeitstiefe

Max. 2 - 4 cm (Saattiefe u. Spross beachten)

2 - 3 cm

2 - 3 cm

2 - 4 cm

3 - 5 cm

4 - 5 cm

Einstellung

Zinken schleppend angestellt

Zinken leicht auf Griff angestellt

Zinken auf Griff angestellt

Mit Reihenschutz

Leicht Boden in Reihe häufeln

Starkes Häufeln möglich

Anmerkung

Die Maschinenhacke kann ab einem Reihenabstand von 25 cm eingesetzt werden, ist aber nicht zwingend notwendig. Eine Ackerbohne kann selbst bei 25 cm Reihenabstand als reine „Striegelkultur“ geführt werden. Der dichtere Stand in der Reihe durch weitere Reihen verbessert zudem die Wirkung des Striegels, da dieser aggressiver eingestellt werden kann.

Erbse

Maßnahme

Blindstriegeln

Striegeln

Häufigkeit

1 - 2 x

1. Einsatz

2. Einsatz u. evtl. folgende

Zeitpunkt

Solange Keimspross 3 cm unter Oberfläche bleibt

Ab 2-Blatt-Stadium

je nach Beikrautbesatz bis Verankerung. Ab Rankenbildung Striegeln nicht mehr möglich

Arbeitstiefe

Max. 2 cm (Saattiefe u. Spross beachten)

2 - 3 cm

2 - 3 cm

Einstellung

Zinken schleppend angestellt

Zinken leicht auf Griff angestellt

Zinken auf Griff angestellt

Exkurs: Zwei Striegelsysteme

Der Markt bietet ein immer größer werdendes Angebot an Striegeln an. Dabei müssen Sie zwei Striegelsysteme unterscheiden, denn jedes System muss in der Praxis anders eingestellt werden:

Direkt gefederte Zinkenstriegel

Indirekt gefederte Zinkenstriegel

Bei direkt gefederten Zinken ist die Feder im Zinken verbaut. Der Anstellwinkel des Zinkens zum Boden wird über eine zentral angepasst. Über die Rahmenhöhe kann Gewicht auf den Zinken gegeben oder genommen werden. Diese zwei Faktoren in Kombination mit der Fahrgeschwindigkeit bestimmen die Aggressivität des Einsatzes.

Vorteil dieses Striegelsystems sind die niedrigeren Anschaffungskosten pro Meter Arbeitsbreite. Nachteile sind die geringere Seitenstabilität des Zinkens und die schlechtere Bodenanpassung. Ersteres kann dazu führen, dass sich mehrere Zinken in der gleichen Rille zusammenführen, letzteres erfordert höchste Präzision bei der Saatbettbereitung und kann in kupiertem Gelände ein Nachteil sein.

Bei diesem Striegelsystem verfügt jeder Zinken über eine eigene Zugfeder, die nicht Teil des Zinkens, sondern daran montiert ist. Neben der Fahrgeschwindigkeit wird über die Vorspannung der Feder die Aggressivität bestimmt. Über die Rahmenhöhe wird lediglich der Anstellwinkel des Zinkens zum Boden eingestellt.

Vorteil dieses Striegelsystems ist die hohe Seitenstabilität, die sehr gute Bodenanpassung und die somit sehr gleichmäßige Druckverteilung an jedem einzelnen Zinken. Nachteile sind der im Verhältnis zum direkt gefederten Zinkenstriegel sehr hohe Anschaffungspreis, welcher in der Praxis häufig doppelt so hoch ist. 

Bildergalerie:

Zinkenstriegel

Direkt gefederter Zinkenstriegel (Bildquelle: Watzka)

Zinkenstriegel

Indirekt gefederter Zinkenstriegel (Bildquelle: Watzka)

Zinken

Zinken schleppend angestellt direkter Zinken (Bildquelle: Watzka)

Nachauflauf

Mais Nachauflauf Vergleich gestriegelt ungestriegelt (Bildquelle: Watzka )

Hacke in Ackerbohnen

Hacke in Ackerbohnen 25cm Reihenabstand (Bildquelle: Watzka)

Striegel und Hacke

Striegel und Hacke kombiniert (Bildquelle: Watzka)

Stiegeln in Wintergetreide

Stiegeln in Wintergetreide im Frühjahr (Bildquelle: Watzka)

Unkraut

Unkraut hat Striegelgang überlebt, Kamille eher nicht (Bildquelle: Watzka)

Hacke

Hacke mit Flachhäufler und Fingerhacke (Bildquelle: Watzka)


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