Wenn Getreide krank macht… Premium

Zöliakie bedeutet heute nicht mehr, auf Kuchen, Nudeln und Co. zu verzichten. Dennoch müssen sich die Betroffenen einschränken. Wer muss Gluten meiden und wie wirkt sich die Krankheit auf den Alltag aus?

Glutenfreie Ernährung, das klingt erst einmal nach fragwürdigem Ernährungstrend und Lifestyle. In Teilen stimmt das – die stark steigenden Absatzzahlen der Hersteller zeigen, dass sich vermutlich derzeit viele Menschen glutenfrei ernähren, denen diese Sonderkost wenig Nutzen bringt. Im Gegenteil: Ballaststoffe, Mineralien und Spurenelemente aus Vollkornprodukten sind mitunter schwer zu ersetzen. Doch rund zwei bis drei Prozent der Bevölkerung müssen zwingend ohne Brot, Brötchen, Kuchen und Nudeln aus Getreide, allen voran Weizen, leben. Die Produkte machen sie krank. Was dahinter steckt, haben wir zusammengetragen.

GLUTENFREIE eRNÄHRUNG – FÜR weN?

Wer unter Zöliakie leidet, ist gezwungen, sich glutenfrei zu ernähren. Zöliakie ist eine Mischform aus Allergie und Autoimmunerkrankung. Bei Betroffenen greift Gluten, das Klebereiweiß des Weizens, die Darmzotten an. Es löst eine chronische Entzündung bis hin zum heilbaren Verlust der Darmzotten aus. Dadurch kann der Darm die Nährstoffe nicht oder kaum mehr aufnehmen. Erkrankte fühlen sich schlapp und müde, sind blass, apathisch, manchmal depressiv. Auch Muskelschwäche und verzögertes Wachstum bei Kindern können die Folge einer unerkannten Zöliakie sein. Der Verdacht lässt sich mittels erhöhter Antikörper im Blut nachweisen und mit einer Gewebeuntersuchung per Dünndarmbiopsie bestätigen.

Bei der Weizenallergie handelt es sich dagegen um eine klassische Allergie, also eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf Weizen und Weizenprodukte. Nicht nur der Verzehr, auch das Einatmen von Getreidestaub oder Hautkontakt kann zu Reaktionen führen, von tränenden Augen bis zum allergischen Schock.

Seit einigen Jahren wird zudem die Glutenunverträglichkeit beschrieben, die Unwohlsein, Bauchweh und Blähungen verursacht. Anhand von Laborwerten ist sie derzeit nicht nachweisbar. Von Zöliakie und Weizenallergie ist je rund 1% der Bevölkerung betroffen. Als „weizensensitiv“ gelten weitere 6%.

Gluten – Wo ist ...

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