Frust statt Artenschutz Premium

Die Bundesregierung will den Pflanzenschutzmitteleinsatz beschränken und mehr Flächen zu Biotopen erklären. 2,3 Mio. ha könnte das laut DBV treffen. Wir zeigen, welche Auswirkungen tatsächlich drohen.

Bauern demonstrieren, rammen Kreuze in die Äcker, der Bauernverband spricht von Enteignung im großen Stile. Und Ministerin Klöckner? Tut alles als halb so wild ab. Das Aktionsprogramm „Insektenschutz“ sorgt für Aufregung. Dabei ist es kein Gesetz, sondern formuliert den Auftrag der Bundesregierung an das Umwelt- (BMU) und Landwirtschaftsministerium (BMEL), bestehende Gesetze und Verordnungen bis spätestens Ende 2021 zu ändern. Diese Pläne könnten viele Landwirte hart treffen:

1. Pflanzenschutzverbote

In FFH- und Naturschutzgebieten, Nationalparks, Nationalen Naturmonumenten, Naturdenkmälern und gesetzlich geschützten Biotopen sollen Herbizide und „biodiversitätsschädigende“ Insektizide verboten werden. Welche Insektizide als biodiversitätsschädigend gelten, muss das BMEL in der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung noch festlegen. Die Einstufung müsse EU-konform sein, also auf wissenschaftlichen Aussagen zur Wirkung der Mittel basieren, die auch für die EU-Zulassung entscheidend sind, so das BMEL.

Was würden die Verbote bedeuten? „Betroffene müssten ihre Fruchtfolge überdenken. Das stärkt den Abwärtstrend bei Raps und begünstigt Hackfrüchte und Mais, die einfacher mechanisch gesundzuhalten sind“, meint Dr. Jörn Krämer vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV). Beim Obst-, Gemüse- und Weinbau wird es noch schwieriger. „Der Obstbau liegt in Rheinland-Pfalz zum großen Teil in Schutzgebieten, insbesondere in Rheinhessen und der Pfalz, den Frühgebieten Deutschlands. Ein Herbizidverbot wäre das Ende des konventionellen Anbaus dort“, warnt Ralph Gockel, Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Auf Grünland wäre z.B. die Bekämpfung des Ampfers problematisch, so Krämer.

Vor allem FFH- und Naturschutzgebiete umfassen viel Acker. Zu Naturschutzgebieten fehlen genaue Daten, vielfach...

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