Habe ich meine Finanzen im Griff? Premium

Mit einer Planungsrechnung können Betriebsleiter finanzielle Engpässe erkennen. Wir zeigen, welche Maßnahmen Sie ergreifen können, wenn sich eine kurz- oder langfristige Krise andeutet.

In den letzten Jahren schwankten die landwirtschaftlichen Gewinne zwischen „überdurchschnittlich“ und „katastrophal“ mehr oder weniger stark hin und her. Das wirkt sich auch auf die Liquidität aus. Damit Sie kurzfristig erkennen, ob ein finanzieller Engpass droht, hilft der Liquiditätsplan. Mit diesem schätzen Sie, wie sich die Zahlungsströme im Laufe des nächsten Wirtschaftsjahres entwickeln (s. Beitrag 9/2019). Ob Sie langfristig mit Ihrem Betrieb liquide bleiben, beantwortet die Planungsrechnung. Denn für Sie als Landwirt ist die Liquidität des Betriebes das wichtigste Unternehmerziel.

Der Cash Flow zeigt Liquiditätsprobleme an

Für die Planungsrechnung nehmen Sie sich die Buchführungsergebnisse der letzten Jahre vor, um mit diesen Ihren voraussichtlichen Gewinn und den sogenannten Cash Flow (III) für den Schnitt der nächsten Jahre zu ermitteln. Der Cash Flow zeigt an, wie viel Geld vom Gewinn für Investitionen übrig bleibt. Um den Cash Flow zu ermitteln, ziehen Sie vom Gewinn in dem jeweiligen Wirtschaftsjahr Privatentnahmen und Tilgung ab und rechnen Abschreibungen und Privateinlagen hinzu. Das Ziel ist ein möglichst hoher Cash Flow. Dann stemmt Ihr Betrieb zukünftige Investitionen und hat ein Polster für schlechtere Jahre. Aufpassen müssen Sie, wenn der Cash Flow negativ wird. Dabei kann der Gewinn trotzdem positiv sein. Wenn Sie beispielsweise zu viel Fremdkapital aufgenommen haben, frisst die hohe Tilgung den Gewinn auf.

Warum ist Ihr Cash Flow zu niedrig? Handelt es sich um eine kurzfristige Preiskrise oder eine langwierigere Kostenkrise? Um die Frage zu beantworten, nehmen Sie sich neben der Planungsrechnug auch Ihre Produktionskennzahlen vor. Daraus errechnen Sie die ökonomischen Leistungen sowie die Ertrags- und Kostenstrukturen. An zwei Beispielen zeigen wir, wann eine Preis- oder eine Kostenkrise vorliegt und welche Maßnahmen Sie im jeweiligen Fall ergreifen können.

Zahlungsengpass durch niedrigen Milchpreis

Josef Meier bewirtschaftet einen 80 ha großen Milchviehbetrieb mit 90 Kühen. Er melkt im Jahresschnitt 9700 kg/Kuh. Der Deckungsbeitrag vor Grundfutter liegt bei 1859 € je Kuh (s. Übersicht S. 40). Damit liegt er im Schnitt vergleichbarer Milchviehbetriebe. Die Jungviehaufzucht hat er ausgelagert. Außerdem baut er 30 ha Getreide, 28 ha Silomais und 22 ha Grünland an. Meier pachtet 24 ha Fläche zu. Mit einem Pachtanteil von 30% liegt er deutlich unter seinen Berufskollegen der Testbetriebe, die im Schnitt 65% ihrer bewirtschafteten Fläche zupachten. Dieser Umstand ist ein klarer Wettbewerbsvorteil. Momentan steht bei Meier noch 162000 € Fremdkapital in Form von Bankdarlehen offen.

Mit diesen Zahlen...

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