Wettrüsten gegen den Wolf Plus

Mittlerweile gibt es über 1000 Wölfe in Deutschland. Obwohl Tierhalter immer höhere Zäune errichten, reißen die Räuber mehr Schafe, Rinder und Ponys.

Mahnfeuer, Demos, Bundestagsdebatten: Der Wolf ist bundesweit ein Reizthema. Weidetierhalter sind angesichts von Rissen trotz vorschriftsmäßiger Schutzzäune ohnmächtig. Was hat die Lage so verschärft?

  • In Deutschland leben heute mit rund 1000 Tieren mehr Wölfe als in Frankreich oder Schweden.
  • Während der Wolf in diesen Ländern bejagt wird und eine Obergrenze von 500 Tieren besteht, ist er bei uns immer noch unantastbar. Daher wächst der Bestand rasant um 30% pro Jahr.
  • Die meisten Wölfe gibt es in Brandenburg und Sachsen (s. Grafik S. 40).
  • Schaf- und Gatterwildhalter sind zwar immer noch die Hauptleidenden. Aber es gibt immer mehr Risse von Rindern, Ponys und Jagdhunden.
  • In einigen Regionen überwinden Wölfe gezielt 1,20 m hohe Schutzzäune mit Flatterband und ignorieren Herdenschutzhunde oder Esel.
  • Dazu gibt es Berichte über Wolfshybriden, also Kreuzungen zwischen Hund und Wolf, bei denen es nicht nur zu einer unerwünschten Mischung der Gene kommt, sondern auch zur gefährlichen Kombination von Zutrauen zum Menschen und intelligentem Jagdverhalten.
  • Zudem wird der genetische Nachweis schwierig, wenn diese Hybriden Nutztiere reißen. Nach der jetzigen Entschädigungspraxis würden Tierhalter leer ausgehen, wenn als Verursacher ein „Hund“ nachgewiesen würde.

Thema im Bundestag

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) geben aktuell 73 Wolfsrudel für Deutschland an. Allerdings bezieht sich die Zahl auf das Monitoringjahr 2017/2018, das am 30.4.2018 endete. Zählt man die aktuellen Zahlen aus den Bundesländern zusammen, gibt es schon über 80 Rudel. Dazu kommen mindestens 26 Paare und mehrere standorttreue Einzelwölfe (siehe S. 40).

Das genaueste und aktuellste Wolfsmonitoring gibt es derzeit in Niedersachsen. Die Landesjägerschaft ist seit 2011 mit der Erhebung beauftragt. „Innerhalb von acht Jahren ist bei uns die Zahl der Territorien von 0 auf 22 gestiegen“, verdeutlicht Wolfsbeauftragter Raoul Reding. Aufgrund der Bevölkerungsdichte und der intensiven Weidetierhaltung gilt das Land damit als eine der am stärksten betroffenen Regionen in Deutschland.

1500 Risse an Nutztieren

Anders, als Wolfsbefürworter früher behauptet haben, lebt das Raubtier nicht im Verborgenen. Nach Aussagen des Kreislandvolks im Heidekreis, in dem es allein sieben der 20 Wolfsrudel in Niedersachsen gibt, sehen Jäger, Landwirte und Spaziergänger inzwischen fast täglich Wölfe. Sie nähern sich Menschen und dringen sogar in Ställe ein. Das „Rodewalder Rudel“, das sich an der Grenze zwischen den Landkreisen Nienburg und dem Heidekreis angesiedelt hat, ist regelmäßig in den Medien. Mindestens ein Wolf daraus hat sich auf große Nutztiere spezialisiert und reißt Rinder und Ponys. Sogar ein Alpaka steht auf der Opferliste, obwohl die Tierart zusammen mit Lamas oder Eseln bislang zum Herdenschutz empfohlen wurde. Nach wochenlangen Diskussionen hatte ihn das Umweltministerium Niedersachsen Ende Januar zum Abschuss freigegeben.

Nach Zahlen der DBBW gab es im Jahr 2015 rund 700 Risse, im Jahr 2016 waren es 1100. Der Deutsche Bauernverband geht von 1500 Rissen im Jahr 2017...


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