Betriebsleitung

Aktien: Was taugen ETF-Fonds?

Aktien können nach wie vor eine rentable Geldanlage sein. Wer dem Risiko großer Kursschwankungen aus dem Weg gehen will, der setzt auf börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETF.

Unser Autor: Christian Solle, Landwirtschaftskammer NRW:

Spare in der Zeit, so hast Du in der Not. Das Mantra des deutschen Sparers hat zwar nichts an Bedeutung eingebüßt, ist angesichts der Niedrigzinsen aber immer schwieriger umzusetzen. Wer sein Geld zum Beispiel auf Tages- oder Festgeldkonten parkt, muss sich mit Mini-Zinssätzen zwischen 0,25 und 0,65 % zufriedengeben, im schlimmsten Fall drohen Strafzinsen. Der ärgste Feind des Sparers zieht zudem still und heimlich zu Felde: die Inflation. Mit derzeit 1,1 % liegt diese über den Guthabenzinsen und sorgt so für eine Enteignung des Sparers durch die Hintertür.

Wer der Geldvernichtung entkommen will, muss bereit sein, ein höheres Risiko einzugehen und in Aktien investieren. Deren Bilanz kann sich sehen lassen. So hat beispielsweise der DAX in den vergangenen 30 Jahren um 795 % zugelegt. Allerdings schreckt das Auf und Ab der Kurse viele ab. Dabei ist lediglich Geduld gefragt: So kann es vorkommen, dass erfolgreiche Unternehmen von der Börse verschmäht werden. Andererseits schießen manchmal die Kurse von „Schrott“-Unternehmen in astronomische Höhen, obschon es dafür keinen rationalen Grund gibt. Im Laufe der Zeit relativiert sich diese Entwicklung aber wieder, d.h. die Aktie des profitablen Unternehmens steigt und die des „Schrott“-Unternehmens sinkt.

Wer nicht auf wilde Spekulationen hereinfallen will, dem bleibt allerdings nur eines: Der muss sich intensiv und permanent mit den Unternehmen und der Konjunktur auseinandersetzen. Dafür fehlt den meisten jedoch die Zeit und oft auch das Wissen.

Einen guten Kompromiss zwischen Aufwand und Risiko stellen aktiv gemanagte Fonds dar. Hierbei kümmern sich Fondsmanager um die Zusammensetzung des Depots. Sie entscheiden, welche Aktien gekauft und welche verkauft werden. Vorteil: Der Manager versucht, die maximale Rendite zu erzielen und greift ein, wenn es Probleme gibt. Dafür fallen jedoch Jahresgebühren von 1 bis 3 % des Depotwertes an.

Deutlich günstiger und bislang mindestens genauso erfolgreich sind börsengehandelte Indexfonds (Exchange Traded Fund, kurz ETF). Diese bilden jeweils einen Aktienindex ab, d.h. eine Gruppe von Aktien. Wer z.B. Anteile eines ETF kauft, der sich am deutschen Aktienindex DAX orientiert, der bekommt 30 verschiedene Aktien auf einmal (SAP, BMW, Siemens usw.). Der ETF spiegelt also den jeweiligen Index wider, auf den er sich bezieht.

Vorteile

  • Der Misserfolg einzelner Unternehmen fällt weniger ins Gewicht.
  • Wer sein Depot mit Einzelaktien bestückt, muss sich darum entweder selbst kümmern oder einen Fondsmanager beauftragen und bezahlen. Bei einem ETF ist das einfacher.
  • Im Vergleich zu „aktiv gemanagten“ Fonds sind ETF günstiger: „nur“ 0,05 bis 0,7 % vom Depotwert fallen jährlich als Gebühr an.
  • Kaum ein aktiv gemanagter Fonds konnte bisher in der langfristigen Betrachtung (> zehn Jahre) die relevanten Aktienindizes schlagen.

Nachteile

  • Der Erfolg einzelner Aktien fällt nicht so stark ins Gewicht.
  • Die Hausbanken verkaufen ETF ungern, da sie an diesen weniger verdienen. Der einfachste Weg ist die Depoteröffnung bei einer Direktbank im Internet (z.B. ING, comdirect, Consors Bank etc.), wo Sie ETF mit ein paar Klicks kaufen können.

Wer sich für einen ETF...

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