DLG-Wintertagung

Klöckner: „Verstehen Sie sich nicht als Opfer!“ Premium

Agarministerin Julia Klöckner rät den Bauern, sich nicht als Opfer zu verstehen. Stattdessen solle man sich immer wieder der Diskussion stellen und den Dialog mit Bürger und Verbrauchern suchen, sagte sie bei der DLG-Mitgliederversammlung. Sie habe den Eindruck, jeder Bürger meine, er sei Agrarexperte.

Manchmal habe ich den Eindruck, wir sind von 83 Mio. Agrarwissenschaftlern umgeben, die glauben, mehr über Landwirtschaft zu wissen, als die Landwirte selber. Lassen Sie sich von der Kritik nicht entmutigen“, warb Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner gestern bei der Mitgliederversammlung der DLG in Hannover für Zuversicht. „Verstehen Sie sich nicht als Opfer, sondern stellen Sie sich immer wieder der Diskussion und suchen Sie den Dialog mit Bürger und Verbrauchern.“

Dafür gebe es gute Perspektiven, weil das mediale Interesse an Agrarthemen aktuell so hoch wie nie sei. „In der vergangenen Woche habe ich mit dem Spiegel über Tierethik und mit der ZEIT über Artenvielfalt und die Zukunft der Fleischerzeugung gesprochen“, nannte die Ministerin Beispiele für das breite Interesse.

Klöckner benannte die Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), eine zukunftsfähige Tierhaltung und einen modernen, nachhaltigen Ackerbau als die großen Herausforderungen der nächsten Jahre.

Klares Bekenntnis zu Direktzahlungen

Die CDU-Politikerin warb nachdrücklich für die Zukunft der GAP. „Ich halte Sie für ein Demokratie stabilisierendes Instrument“, sagte Klöckner mit Blick auf die großen Probleme der EU. Für die Zukunft stellt sich die CDU-Politikerin allerdings eine flexiblere und einfachere GAP vor. Es sei richtig, dass die aktuellen Vorschläge der Kommission das bewährte zwei Säulen-Modell fortführen wollen. „Wir benötigen auf ...

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Artikel geschrieben von

Dr. Ludger Schulze Pals

Leitung Landwirtschaftsverlag Münster GmbH

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Öffentlichkeitsarbeit kann auch das Gegenteil bewirken, wenn Leute noch nie....

Berührungspunkte mit der Landwirtschaft hatten. Unsere Bilderbuchgesellschaft lebt in einer anderen Welt. Die Gesellschaft sucht stets Opfer für ihr eigenes Fehlverhalten, und wir können es, bei aller Mühe, nicht weg diskutieren!

von Hans Merk

Seit meiner Jugend gehen wir auf Verbraucher und Gesellschaft zu und reden

öffnen unsere Stalltüren, machen bei QS vor über 20 Jahren freiwillig mir und ? Gebt Politik und Gesellschaft den kleinen Finger und sie reißen dir den Arm ab. Machs wie die Industrie und zeigen nicht mehr als sein muß, rede schön und täusche. Der Verbraucher ist ein Depp!

von Hans Nagl

Warum sind wir da wo wir sind.

Zum Beispiel Glypos wir oder ein großer Teil der Bauern kämpft für diesen Wirkstoff. Die Industrie geht auf Tauchstation wir machen für die Marketing. Wir bekommen die Prügel der Gesellschaft. Wäre es nicht klüger ein EU weites Verbot zu fordern und ein Kennzeichnung der Produkte. Nur mal so zum Nachdenken.

von Josef Fischer

nicht als Opfer sehen?

wenn wir uns nicht als Opfer sehen sollen, als was dann? Es gibt Opfer, evtl. Zeugen, als die können wir uns auch nicht sehen weil wir ja nicht nur dabei stehen, und es gibt Täter. Sollen wir uns jetzt als Täter sehen? Das würde ja zu dem Bild passen was in den Naturschutzverbänden und Medien von der Landwirtschaft so gezeichnet wird.

von Klaus Fiederling

Wenn jemand dich auf deine rechte Backe schlagen wird, dem biete auch die andere dar (Mt. 5, 39)39)

Die Bauern sind in der gesellschaftlichen Opferrolle manifestiert, hochverehrte Frau Klöckner, und wir erfahren derzeit kaum Unterstützung, wie auch immer geartet, da wieder weitgehend unbeschadet herauszukommen. // Gerade JEDER konventionelle Bauer –als solche Spezies schlechthin ohnedies allesamt gnadenlos über einen Kamm geschoren- steht heute unmissverständlich audiovisuell kommuniziert als Umweltverschmutzer enttarnt, der obendrein unsere Artenvielfalt brutal mit Füßen tritt, am medialen Pranger. Die administrative Zwangskollektivierung schwebt nunmehr nicht nur als bedrohliches Damoklesschwert über deren aller Köpfe, darüber sind wir bereits weit hinaus in der Verwirklichung einer überaus motivierten Agrarpolitik. // Es frustriert dabei ungemein, dass man gerade infolge einer solch stigmatisierenden Entwicklung, die keinen Bauern emotional unberührt lassen kann, bis dato noch immer nicht in einer entsprechenden politischen Fürsorge auch für den Bundesbürger BAUER den Mut aufbringen kann, Verantwortlichkeiten für eben diese heute in der Kritik stehenden Standards sektorenübergreifend glasklar zu benennen. Diese moderne Landwirtschaft wurde nicht in den Köpfen der Bauern entwickelt und im Detail konzipiert, sodann behördlich genehmigt, um sie hernach in der Praxis der vergangen Dekaden zu etablieren. // Die engen Fruchtfolgen auf vielen Äckern waren/sind schlussendlich dem gnadenlosen Diktat einer aufoktroyierten Wachsen-oder-Weichen-Strategie geschuldet, die überdies den brutalen Kannibalismus unter uns Bauern in den ländlichen Regionen noch heute zur Folge hat. // Werte Frau Klöckner, warten Sie heute als konventioneller Bauer mit Nischenprodukten an den Gossen unserer aufnehmenden Hände auf, die einer nachhaltigen Ökologie zugute kommen, eine vielgliedrige Fruchtfolge ermöglichen. Sie würden sich wundern, auf welche Begeisterungsstürme Sie da stoßen, wie hoch eine dortige Flexibilität ausgeprägt ist, sich dieser Thematik überhaupt annehmen zu wollen. Selbst unsere derzeitige Klima-Ministerin, Frau Schulze, die laut Agrarzeitung den „Klimateller“ in der Gastronomie mit 160.000 Euronen Steuergeld als Vorzeigeaktion durchsetzen möchte, arbeitet in Schulterschluss mit dem BfN bei mit Forschungsgeldern ausgestatteten Projekten vorzugsweise mit der Industrie zusammen, während der engagierte Bauer dabei absolut ins Hintertreffen gerät. Dahingehende Kommunikation in einem ehrlichen Austausch mit den Bauern, nicht gewünscht. Nun, allerdings eigentlich bestens vertraute Praxis, der sich die konventionelle LW augenscheinlich noch immer stellen muss. Selbst schon leidvoll erlebt. – Die Bauern haben leider keine starke Lobby

von Rainer Stücker

GAP

Ich meine das man die Dierektzahlungen komplett streichen sollte. Dann wird der Markt das schon regeln, zudem sieht die Politik dann was Sie angerichtet hat und wird es nicht wieder rückgängig machen können. Diese Auflagen über Auflagen da hat doch keiner mehr Lust zu und man sitzt bald nur noch im Büro. Ich kann es nachvollziehen wenn ältere oder Nebenerwerbslandwirte aus diesen Gründen aussteigen und verpachten.

von Oswald Steinle

Warum das ist doch offensichtlich. ...

 ""Wieso kann eigentlich z. B. nicht einmal abgewartet werden, biss die letzte Novelle der Düngeverordnung wirken kann, bevor die nächste Verschärfung kommt??"" Weil dies dafür sorgt, das dies bei bestimmten Gruppen und der Mehrheit der Gesellschaft Wählerstimmen bringt. Nur das ist entscheidend bei den politikern der Altparteien die derzeit immer näher zusammenrücken.

von Karl-Heinz Mohrmann

Die CDU macht uns zu Opfern. Weil sie kein Thema anpackt. Alles verschleppt. Bis es der Handel selber macht. Oder es eine Volksbegehren mit 18% Beteiligung gibt. Die CDU macht uns zu Opfern.

von Ludwig Rasche

Frau Klöckner

wir sind müde und es ist hoffnungslos immer wieder aus der Defensive heraus halb und Unwahrheiten zu diskutieren. Wir haben kaum Zugang zu den Medien. Uns gibt es nicht mehr lange wir stehen mit den Rücken an der Wand, wir sind schon lange Opfer. Bald kommt das Essen von überall her, nur uns hat man abgeschafft. Für ... wie die DüVo, Schweine auf Stroh, Bewegungsbuchten für Sauen, Auflagen und Bürokratismus in unerfüllbaren Ausmaß kann ich nicht zur Verfügung stehen. Es kann ja wieder jeder sein eigenes Schwein füttern, oder es lassen.

von Rudolf Rößle

Frau Klöckner

hat ein großes Problem mit der Überzeugung des staatlichen Tierwohllabels. Freiwillig? Das sieht der Bürger als sehr bedenklich an, da angebliche schlechte Tierhaltung weitergeführt werden kann. Die Supermarktketten werden so dargestellt, als seien sie die Heilsbringer. Wie so gibt es keine Fernsehdokumentation vom Landwirtschaftsministerium die den Ist-Zustand darstellt und die Zukunftsvisionen aufzeigt. Warum können die Betriebe nicht alles im Hauruckverfahren umkrempeln. Diese Frage wird nicht wirklich in den Raum gestellt und beantwortet.

von Wilhelm Grimm

Natürlich sind wir Opfer

und diese Regierung ist der Täter einer unglaublichen Bauernhatz. Die Auswahl der Nitratmessstellen und der anschließenden Düngeverordnung ist nur ein kleines Beispiel von fast unendlich vielen systemrelevanten ehrabschneidenden Behauptungen, Attacken, Beleidigungen und ökologisch sinnlosen Auflagen mit verheerenden finanziellen Folgen für einen Berufsstand, der vielleicht nicht in jeder Sekunde seines Berufslebens perfekt ist, der aber immer strebend sich bemüht.

von Martin Bontrup

Konflikt

Der grundlegende Beschluss wurde von Frau Hendricks gefasst und verkündet: "Wir müssen die Tierhaltung in Nordwestdeutschland halbieren". Das Programm dazu läuft, wenn auch nicht federführend im BMEL, sondern im Umweltministerium und UBA. Und dazu werden mehr als die Hälfte der Hoftore geschlossen werden müssen. Ehrlich wäre es zu verkünden, dass der "bäuerliche Familienbetrieb" schrumpfende Chancen hat; der wird nämlich gerade zwischen Marktstruktur, Rechtsnormen und Mediengezeter zerrieben. Er scheint auch nicht mehr gewollt zu sein. Wieso kann eigentlich z. B. nicht einmal abgewartet werden, biss die letzte Novelle der Düngeverordnung wirken kann, bevor die nächste Verschärfung kommt??

von Joachim Löber

Frau Immerfröhlich

Alle Zielkonflikte sind doch mit der Digitalisierung zu lösen, so Ihre Aussage Frau Klöckner.

von Harald Butenschön

Konjunktiv Herr Rothenbacher,

Konjunktiv!

von Walter Rothenbacher

Es ist alles schön, Herr Butenschön

zündeln brauchen wir Bauern nicht. Das reicht wenn unsere Politiker und die Besserwisser zur Weißglut bringen.

von Harald Butenschön

Leichter gesagt als getan...

Nachdem wir Bauern nun schon die Alleischuldigen für das angebliche Insektensterben, 120000 Tote durch Feinstaub, Nitrat im Trinkwasser und mutwillige Tierquälerei sind kann ich mir gut vorstellen wer die Schuld hätte, ...

von Steffen Hinrichs

Entmutigt bin ich von der Politik

Bestes Beispiel ;die Dürrehilfe ,die noch immer nicht auf den Höfen angekommen ist und man nicht weiß was überhaupt kommt !? Wo bleiben klare Marktregeln statt dem Bauern immer nur mit dem Restgeld abzuspeisen ! Warum gibt es denn keine Weideprämie oder auch nur 1cent /kg mehr für unsere Kühe auf der Weide ? Wo bleibt denn die immer wieder versprochene Entbürokratisierung ? Warum bekommt 1% der Betriebe 20% der Direktzahlungen weiter ,auch wenn es noch nicht einmal landwirtschaftliche Betriebe sind ? Wo bleibt die klare Aussage ,das Tierwohl auch seinen Preis hat !

von Andreas Puckert

Lassen sie uns gemeinsam was für das Tierwohl und den Umweltschutz machen Frau Klöckner. Halten Sie uns Frau Schulze und die anderen selbst ernannten Experten vom "Hals"! Wir können und wollen(müssen!) das auch, wir brauchen nur ein bisschen Rechtssicherheit im Stall und auf dem Acker.

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