US-Agrarpolitik: "Freie Fahrt in die Pleite!" Plus

D ie Regierung Clinton plant offenbar eine grundlegende Kehrtwende in der amerikanischen Agrarpolitik.Landwirtschaftsminister Dan Glickman hat kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe angekündigt,dass er die Entkoppelung der direkten Einkommensübertragungen von den Produktpreisen in der bisherigen Form nicht beibehalten will.In Zukunft will er wieder ein Modell einführen,wonach die Stützung für die Farmer stärker vom Ernteausfall und den Preisentwicklungen abhängig gemacht werden soll. Damit räumt die US-Regierung ein, dass ihr 1995 eingeführtes Agrarprogramm Freedom to Farm (Freie Fahrt beim Anbau)ein Flopp war.In den USA wird denn auch seit geraumer Zeit spöttisch von einem Programm Freedom to Fail (Freie Fahrt in die Pleite!)gesprochen.Selbst der große konservative US-Bauernverband Farm-Bureau,der ein Vorreiter des Programms war,ist auf seinem Jahreskongress Mitte Januar weitgehend von seinem bisherigen Plädoyer für freie Märkte,abgerückt.Äußeres Zeichen dafür war nicht zuletzt die Abwahl des bisherigen Verbandspräsidenten Dean Kleckner. Wie aus Regierungskreisen in Washington zu hören ist,will Präsident Clinton vor allem die Flächenstilllegung wieder in großem Umfang einführen.Künftig sollen bis zu 16 Mio.ha Ackerflächen längerfristig stillgelegt werden.Offenbar will die demokratische...


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