2011 war ein Horrorjahr für die Obst- und Gemüseerzeuger

Gemüsetruhe im Supermarkt Gemüsetruhe im Supermarkt 2011 wird als Horrorjahr ins Gedächtnis des europäischen Gartenbaus eingehen. Die EHEC-Krise, eine frühe Reifung durch warme Witterung und Überschneidungen der Absatzperioden machten dem Sektor zu schaffen. Die Preise sanken sogar noch unter das bereits schlechte Niveau von 2009. Das bestätigt die Europäische Kommission in ihrem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten statistischen Jahresbericht für die EU-Landwirtschaft 2011, der die unterschiedliche Entwicklung in den einzelnen Produktionsbereichen der EU-Landwirtschaft dokumentiert.

Bereits vor der EHEC-Krise lagen die Gemüsepreise danach um ein Viertel unter dem Vorjahreswert. Die von der Aufregung um möglicherweise mit Keimen belastete Gurken, Tomaten und Salate ausgelösten Absatzeinbrüche sowie ein mehrwöchiges russisches Importverbot sorgten für eine weitere Verschärfung der Lage. Tomaten wurden teilweise um mehr als 40 % billiger als im Vorjahr um die gleiche Zeit gehandelt.

„Schlechte Witterung im Sommer und die allgemeine Wirtschaftslage trugen nicht dazu bei, den Absatz anzukurbeln“, schreiben die Experten der Generaldirektion Landwirtschaft. Daneben blieben die Kartoffelpreise wegen einer Produktionsausweitung fast überall in der EU auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Kartoffeln nach Russland

Ein Teil des Überangebots von Gemüse konnte in Drittländer exportiert werden: Die Ausfuhren von Tomaten kletterten im Jahresvergleich um 26 %, von Gurken um 29 % und von Kartoffeln sogar um 132 %. Laut Kommission wurden außergewöhnlich viele Kartoffeln nach Russland geliefert. Die Mittelmeerländer hatten ferner mit einer Überproduktion von Pfirsichen und Nektarinen zu kämpfen, die die Preise um ein Fünftel bis ein Viertel des Durchschnitts der vorangegangenen Saison drückten. Auch Apfel- und Birnenerzeuger mussten Einbußen hinnehmen, wenngleich die Entwicklung zwischen einzelnen Sorten unterschiedlich verlief. (AgE)