Fahren mit Pkw-Anhänger: Welcher Führerschein ist der Richtige?

PKW mit Anhänger Für schwere Anhänger lohnt sich die Führerscheinklasse BE. Foto Quinckhardt
Inzwischen gibt es drei Varianten des Pkw-Führerscheins. Jede erlaubt eine andere Kombination von Pkw und Anhänger. Das Wochenblatt Westfalen-Lippe hat die Unterschiede erklärt.

Die Fahrerlaubnisklassen B und BE stellen den klassischen Pkw-Führerschein dar, wobei BE das Ziehen schwerer Anhänger bis 3,5 t zulässige Gesamtmasse (zG) erlaubt. Seit dem 19. Januar dieses Jahres bietet die Fahrerlaubnisverordnung für Personen, die häufig mit dem Anhänger unterwegs sind, eine weitere Option: Die Fahrerlaubnis B mit der Schlüsselzahl 96.

Klasse B: Für das kleine Gepäck

Die Fahrerlaubnisklasse B berechtigt zum Fahren von Kraftfahrzeugen mit einer Gesamtmasse bis zu 3,5 t mit maximal neun Personen (inklusive Fahrer). Damit sind die meisten Pkw und auch Kleintransporter abgedeckt. Der Anhängerbetrieb ist allerdings eingeschränkt. Grundsätzlich mitgeführt werden dürfen Anhänger bis 750 kg zG. Übersteigt das Anhängergewicht diesen Wert, darf die Gesamtmasse des gesamten Zuges die 3,5-t-Grenze nicht überschreiten.

Und die Kosten? Für den Erwerb der Fahrerlaubnis B sind im Schnitt etwa 2.000 Euro zu veranschlagen. Spezielle Fahrstunden mit Anhänger sind nicht vorgeschrieben.

Klasse BE: Die große Lösung

Führerschein Führerschein
Hat man BE in der Tasche, erweitert das die Einsatzmöglichkeiten mit Anhänger erheblich. Der von einem Pkw zu ziehende Anhänger darf über ein Gesamtgewicht von 3,5 t verfügen – die Zuggesamtmasse spielt nur insofern eine Rolle, als sie durch die Maximalgewichte von Zugfahrzeug (3,5 t) und Anhänger (3,5 t) bzw. herstellerseits beschränkt ist.
 
Die zusätzlichen Kosten für die „E-Klasse“ sind nicht ohne. Denn sie ist eine eigenständige Ergänzungsklasse und setzt als solche mindestens fünf Pflichtfahrstunden, einige Übungsstunden sowie eine gesonderte Fahrprüfung voraus. Eine theoretische Prüfung ist allerdings nicht erforderlich. Je nachdem, wie geschickt sich der Fahrschüler anstellt und ob von der Fahrschule eine Grundgebühr erhoben wird (entfällt oft, wenn B und BE in einem Rutsch gemacht werden), belaufen sich die Kosten auf 400 bis 700 Euro.

B 96: Die Zwischengröße

Die Alternative zu BE gibt es seit Anfang dieses Jahres. Sie ist nicht nur für Führerscheinneulinge gedacht, sondern auch für alte Hasen. B 96 erlaubt jetzt eine zG des Zuges von 4,25 t. Auch hier gilt: Für die Berechnung ist nicht das tatsächliche Gewicht, sondern die Summe der in den Papieren (Fahrzeugschein, Zulassungsbescheinigung Teil 1) vermerkten zulässigen Gesamtmassen ausschlaggebend.

Weil B 96 keine eigene Fahrerlaubnisklasse darstellt, sind die Anforderungen an den Erwerb nicht so hoch wie bei BE. Vorgeschrieben ist eine siebenstündige Fahrerschulung ohne Prüfung. Sie setzt sich aus 2,5 Stunden theoretischem Unterricht, 3,5 Stunden praktischen Fahrübungen (Rangieren usw.) und 1 Stunde Fahren im öffentlichen Straßenverkehr zusammen.

Einzelkurse werden nach Recherchen des Wochenblatts für rund 400 Euro angeboten. Der Gesetzgeber erlaubt jedoch auch die Ausbildung in Gruppen, was die Kosten reduziert. Es gibt Angebote zwischen 200 und 350 Euro.

Drei Klassen auf einen Blick
Folgende Übersicht zeigt, welche Fahrzeuge Sie mit welcher Führerscheinklasse fahren dürfen und was der Erwerb der Fahrerlaubnis ungefähr kostet.

Führerscheinklasse BE

Kein vollwertiger Ersatz

Die als B 96 bezeichnete Fahrerlaubnis ist kein vollwertiger Ersatz für BE – spart jedoch Kosten. Der Kostenvorteil schwankt allerdings zwischen 100 und 500 Euro, sodass die Entscheidung für die eine oder andere Variante auch davon abhängt. Keinen Sinn macht B 96, wenn überwiegend schwere Zugfahrzeuge wie Geländewagen oder Transporter eingesetzt werden bzw. Anhänger mit zulässigen Gesamtgewichten größer 2 t am Hakenhängen. (Torsten Wobser)

Ein Beitrag aus dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt Westfalen-Lippe 31/2013

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von stefan8899 · 1.
    Vorteil Für die Landwirtschaft

    Mann muss es so sehen, dass wir vom Land das Glück haben mit 16 Jahren 40to bewegen zu dürfen und das sogar mit 40km/h! Ohne große Prüfungen, Auflagen, Seminare, etc. Die "Städter" müssen mindestens 18 sein um irgendwas bewegen zu dürfen und wenn sie auch nur ein bisschen was schwereres oder größeres fahren wollen/müssen, haben sie sofort viele Hürden vor sich. (Klasse BE oder C, CE,etc) Mit all den Kosten und Zeitaufwendungen! Mann kann den T-Führerschein nur als gigantischen Vertrauensvorschuss in die Fähigkeiten und Reife der jungen ländlichen Bevölkerung sehen. Städter müssen richtig hart arbeiten und viel Geld zahlen um 40to bewegen zu dürfen. Gewerblich müssen sie sogar 21Jahre alt sein und nicht 16Jahre. Natürlich könnte man jetzt sagen, wer vom Land kommt braucht nur ein Autoführerschein und darf alles fahren weil er es ja kann. Nur was sagt der Städter dazu wenn nur er dafür ein Prüfung braucht? Wenn man die Klasse BE dann ganz weg lässt, möchte ich sehen wie ein 18Jähriger Städter mit einem Wohnwagen hinterm Auto durch die Straßen fährt (ohne vorher Unterricht und Prüfung gehabt zu haben) Das gibt Tote!!! Wir MÜSSEN froh sein, dass es den T-Führerschein so gibt wie wir ihn heute haben!!!!!!!!!

    Das meinen unsere Leser:
  2. von gebken · 2.
    Mit 16 und Klasse T

    darf man 40to.mit 40km/h bewegen, aber mit 18 keinen Anhänger. wer sich wohl so`n scheiß ausdenkt. Nur abzocke.

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