Was leisten Akku-Schermaschinen? Plus

Neuere Akku-Schermaschinen versprechen mehr Leistung und längere Laufzeiten. Zum Beginn der Scher- und Schausaison hat top agrar vier Akku-Geräte für Rinder getestet.

Schluss mit Kabelsalat und der verzweifelten Suche nach der nächsten Steckdose: Einfach auf der Stallgasse mal schnell die Schermaschine rausholen, Akku einsetzen und schon geht es los. Das versprechen moderne Akku-Schermaschinen, die inzwischen fast alle namhaften Hersteller im Angebot haben.

Vier Fabrikate im Test:

Mittlerweile arbeiten die Geräte mit Lithium-Ionen-Akkus. Sie sind kleiner und leichter, aber auch leistungsfähiger als die früheren Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydrid-Akkus.

Außerdem haben sie keinen Memory-Effekt mehr, d.h. sie verlieren trotz häufiger Teilentladung auf Dauer nicht an Kapazität. top agrar hat vier Akku-Schermaschinen von einem Profi testen lassen.

Eingesetzt wurden fabrikneue Geräte und Messer, die wir über die Franz Gattinger KG in Obersöchering im handelsüblichen Lieferumfang bezogen haben (www.schermesser-schleifen.de).

Die Testkandidaten sind:

  • Econom CL von Aesculap;
  • Xplorer von Heiniger;
  • FarmClipper Akku von Kerbl;
  • Akku Li-Ion von Lister.

Die detaillierten Leistungsparameter der Geräte finden Sie in Übersicht 2 auf Seite R36. Alle wurden mit einem Ersatzakku geliefert.

Für den Test wählten wir grobe Schermesser, die in der Praxis am häufigsten eingesetzt werden und sich auch für Rinder mit dichterem, verschmutztem Fell eignen. Das Scherbild ließ sich dadurch allerdings nicht beurteilen. Am Vorabend wurden alle Akkus vollständig aufgeladen. Die Messer bzw. der Scherkopf wurden während des Tests mit handelsüblichem Schermaschinenöl etwa alle zehn Minuten geschmiert. Für die Bewertung wurde pro Gerät mindestens eine Akkulaufzeit lang geschert.

Im Test stellten wir einige Unterschiede fest (Übersicht 1), die im Stallalltag Zeit und Nerven kosten können.

Scherleistung:

Die Schnittfrequenz, d.h. die Zahl der Messerhübe, entscheidet letztlich über die Scherqualität. Aesculap gibt hier mit 2750 Hüben pro Minute von den Testkandidaten die höchste Frequenz an. Das liefert die Maschine auch in der Praxis ab. Sie arbeitet erkennbar schneller als die anderen und zeigt selbst bei dichterem Fell, d.h. bei höherem Widerstand, dank Nachregler eine konstante Leistung.

Heiniger und Kerbl rangieren in diesem Punkt an zweiter Stelle. Nur kurz vor Ende ihrer Akkulaufzeit lassen sie in der Schnittfrequenz etwas nach.

Das Lister-Gerät kann bei diesen Hubzahlen nicht mithalten. Es schert deutlich langsamer und lässt bei dichterem Fell stärker in der Leistung nach.

Akkulaufzeit:

Auf Anhieb erreichen nur Aesculap und Heiniger die angegebenen Laufzeiten. Beide Maschinen überzeugen mit einer Scherdauer von jeweils über 100 Minuten.

Im ersten Anlauf bleiben Lister und Kerbl deutlich zurück: Der „Akku Li-Ion“ von Lister macht bereits nach 26 Minuten schlapp. Nach Austausch von Akku und Platine – was nach Aussage des Herstellers sehr selten vorkomme – hält das Gerät dagegen 74 Minuten lang durch. Bei der Schermaschine von Kerbl können wir die maximal mögliche Laufzeit zunächst nicht abrufen,...


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen