„Die deutsche Preisfindung ist unverzichtbar!“ Plus

Die rote Seite torpediert den Vereinigungspreis für Schlachtschweine immer wieder. Vor allem Danish Crown mäkelt häufig. Achim Schmitz, Vorsitzender der VEZG, fordert von den Bauern mehr Unterstützung bei der Preisfindung.

Die Schlachter meckern immer wieder über den VEZG-Preis. Was genau ist das Problem der roten Seite?

Schmitz: Die Schlachter halten den von der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) wöchentlich herausgegebenen Erzeugerpreis für zu hoch. Sie jammern darüber, dass sie beim Fleischverkauf angeblich immer wieder Geld drauflegen müssen. Die Fleischverarbeiter behaupten, dass sie sich immer stärker dem europäischen und internationalen Wettbewerb stellen müssen und die Preise auf diesen Märkten massiv unter Druck stehen.

Darüber hinaus stört sie die durch uns geschaffene Markt- und Preistransparenz. Die Käuferseite will unbedingt verhindern, dass die Schweinehalter allzu gut über künftige Marktentwicklungen informiert werden. Unsere Aufgabe ist es jedoch, jede Woche aufs Neue auszuloten, was möglich ist und eine Preisempfehlung zu veröffent-lichen, die in der Regel auch von der roten Seite mitgetragen wird.

In der deutschen Niederlassung von Danish Crown lehnt man die deutsche Preisfindung gänzlich ab, weil die Bauern den Schlachtern angeblich die Preise diktieren. Zu Recht?

Schmitz: Bei Danish Crown will man, dass die rote und grüne Seite gemeinsam die Preise aushandeln. Das ist aber Wunschdenken, denn das Bundeskartellamt erlaubt derartige Preisabsprachen nicht. Die Position der Bonner Kartellwächter ist in diesem Punkt eindeutig: Stufenübergreifende Preisabsprachen sind verboten!

Laut Danish Crown treibt die VEZG die Preise im Sommer bewusst hoch. Die Schlachter holen sich das Geld im Frühherbst wieder und drücken die Preise dann übermäßig stark. Ist das so?

Schmitz: Nein, der Preis für lebende Schlachtschweine wird einzig und allein durch das Angebot und die Nachfrage bestimmt. Im Sommer laufen Grillartikel nun mal besser als im Winter. Das ist auch in Dänemark so und lässt sich exemplarisch am Preisverlauf dieses Jahres wieder sehr gut ablesen. Auch Danish Crown kann den saisonalen Schweinepreiszyklus nicht aushebeln.

Wie können die Schlachter ihre Margen in Hochpreisphasen sichern?

Schmitz: Die Schlachter könnten sich bei der Weitervermarktung ihrer Fleisch- und Wurstwaren stärker an den VEZG-Preis koppeln. Bei einem überraschenden Preisanstieg – wenn z.B. Schweine plötzlich knapp sind – könnten sie die höheren Einkaufskosten an den Endverbraucher weitergeben. Das wäre im Sinne aller, weil die Schweinehalter dann einen deutlich höheren Anteil an der Wertschöpfung erhalten würden.

Auch die ISN übt Kritik. Sie verweist darauf, dass der Preis an der Internetbörse einige Cent je kg SG höher liegt. Wie berechtigt ist das „Störfeuer“ aus den eigenen Reihen?

Schmitz: Die ISN stützt das...


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