Schwanzbeißen: Auch Pellets helfen wenig Premium

Wie gut unterdrücken Stroh-, Heu- und Hopfenpellets das Beißen? Sind Ferkel von Jungsauen stärker betroffen? Und lohnt es sich, die Ferkel wurfweise aufzustallen? Ina Jans-Wenstrup und Prof. Steffen Hoy, Uni Gießen, kennen die Antworten.

Schwanzbeißen bei Schweinen kann viele Ursachen haben, und ein dauerhaft wirksames Gegenmittel hat bis heute niemand gefunden. Das Hauptproblem ist, dass es sich um ein multifaktorielles Geschehen handelt. Den einen Auslöser für das Beiß-geschehen gibt es also nicht. Hinzu kommt, dass sich die Situation in vielen Betrieben nicht nur von Durchgang zu Durchgang verändert, Schwanzbeißen tritt auch unterschiedlich stark auf. An der Justus-Liebig-Universität Gießen wurde untersucht, ob der Einsatz verschiedener Pellets in der Ferkelaufzucht eine Lösung gegen Schwanzbeißen sein kann. Dadurch soll eine länger anhaltende Sättigung der Ferkel erreicht werden. Folgende Pelletzulagen wurden den Tieren angeboten:

  • Zulage von 5% Strohpellets zur Standardration (vier Wiederholungen).
  • Zulage von 5% Heupellets zum Standardfutter (vier Wiederholungen).
  • Zulage von 5% Heupellets im Futter plus ad lib. Heupellets als Beschäftigungsmaterial (zwei Wiederholungen).
  • Zulage von 5% Hopfendoldenpellets zur Standardmischung (vier Wiederholungen).

Die insgesamt 2566 Ferkel stammten aus 14 Abferkeldurchgängen. Ob die Schwänze des jeweiligen Wurfes gekürzt wurden oder nicht, wurde im Zufallsprinzip bereits direkt nach der Abferkelung entschieden. In der Aufzucht standen den Tieren einfache Ketten, Wippen mit befestigten Ketten und Holzstücken sowie Hanf- bzw. Sisalseile als weiteres Beschäftigungsmaterial zur Verfügung. Die Futterversorgung erfolgte über eine Spotmix-Fütterung am Kurztrog.

Alle Ferkel sind nach der Geburt, beim Absetzen und am 69. Lebenstag einzeln gewogen worden. Einmal wöchentlich fand zudem eine Sichtkontrolle auf Verletzungen und Nekrosen am Schwanz, an den Ohren sowie am Körper statt. Dafür wurde der deutsche Schweine-Bonitur-Schlüssel (DSBS) benutzt.

Effekte nur bei Hopfenpellets:

Auch in dieser Untersuchung zeigte sich wieder eindeutig, dass Ferkel mit unkupiertem Ringelschwanz extrem gefährdet sind. Von den 1376 Ferkeln mit intaktem Ringelschwanz wiesen am Ende der Aufzucht fast 47% Teilverluste und 1,9% Totalverluste auf. Deutlich besser war das Bild in der Gruppe von Tieren mit kupierten Schwänzen. Von den 1190 Ferkeln hatten am Ende der Aufzucht nur 1,4% einen Teilverlust des Schwanzes, und bei nur 0,6% war der Schwanz komplett weg.

Wie in Übersicht 1 dargestellt, brachte der Einsatz...

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