Anbindehalter unter Druck Plus

Der Streit um die ganzjährige Anbindehaltung von Milchkühen ist neu aufgeflammt. Was steckt dahinter und welche Lösungen gibt es?

Als sich die süddeutschen Landesbauernverbände und Landwirtschaftsministerien vor einem Jahr in einer gemeinsamen Erklärung klar gegen ein gesetzliches Verbot und eine einseitige Befristung der ganzjährigen Anbindehaltung von Milchkühen aussprachen, schien sich die Diskussion über dieses Thema wieder zu beruhigen.

Doch die Ruhe hielt nicht sehr lange. Im Dezember 2018 veröffentlichten fünf süddeutsche Molkereiverbände eine gemeinsame Erklärung, in der sie einen Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung bis 2030 forderten. Heftiger Widerspruch gegen diese Fristsetzung kam vom Bayerischen Bauernverband (BBV).

BBV warnt vor Strukturbruch:

Dessen Präsident Walter Heidl warnte vor einem gewaltigen Strukturbruch in der Milchvieherzeugung. Laut Heidl halten noch ca. 50% der Milcherzeuger in Bayern, das sind ca. 15000 Betriebe, ihre Kühe in Anbindung, davon etwa 12000 ganzjährig. In Baden-Württemberg beträgt der Anteil der Anbindehalter immerhin noch 35%.

Mitte Januar haben sich der Dachverband der bayerischen Molkereien, milch.bayern, und der BBV wieder zusammengerauft und eine gemeinsame Erklärung zur Weiterentwicklung der Milchviehhaltung veröffentlicht.

Ziel sei es, „gemeinsam ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, um die Milcherzeuger auf ihrem Weg von der ganzjährigen Anbindehaltung in zukunftsfähige Modelle zu begleiten und zu unterstützen“, heißt es in der...

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