Ihr Schlachtplan gegen den Ackerfuchsschwanz Premium

Fruchtfolge, Bodenbearbeitung oder Herbizidmanagement – welcher Faktor ist für Ackerfuchsschwanz-Probleme ausschlaggebend? Alexander Zeller, Universität Hohenheim, fasst aktuelle Versuchsergebnisse zusammen.

Wenn du deinen Feind und dich selbst kennst, brauchst du das Ergebnis von 100 Schlachten nicht zu fürchten“, sagte der chinesische General Sunzi um 500 v. Chr. Im Pflanzenschutz ist es genau das Gleiche, unabhängig davon, ob es sich um Pathogene, Schädlinge oder Unkräuter handelt. Wir müssen uns über den Lebenszyklus, die Biologie und die Charakteristika einer Spezies klar werden, um sie gezielt bekämpfen zu können.

Beim zunehmend Herbizid-resistenten Ackerfuchsschwanz haben wir das an der Universität Hohenheim sieben Jahre lang getan und Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Herbizideinsatz im Hinblick auf eine möglichst effektive Bekämpfung variiert. Aus den bisherigen Ergebnissen lassen sich die folgenden Vorschläge ableiten.

Welche Fruchtfolge?

  • These 1: Wenn Ackerfuchsschwanz fast ausschließlich im Herbst keimt, muss es möglich sein, durch den vermehrten Anbau von Sommerungen seiner Ausbreitung entgegenzuwirken. Daher wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren ein Fruchtfolgeversuch angelegt mit drei verschiedenen, viergliedrigen Fruchtfolgen. Fruchtfolge 1 (FF1) bestand aus 100% einjährig-überwinternden (winteranuellen) Kulturpflanzen, FF2 aus 75% und FF3 aus 50%. Während der gesamten Zeit wurde der Boden nicht tiefer als 12cm bearbeitet. Die Aussaattermine wurden an die Kulturpflanzen und Witterungsbedingungen angepasst.

In Übersicht 1 ist der Ackerfuchsschwanz-Besatz in Ähren pro m² dargestellt. Es wurden nur Herbizide gegen eine zweikeimblättrige (dikotyle) Verunkrautung appliziert. Die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass der Besatz schneller ansteigt, je mehr Winterungen angebaut werden. So nahmen die Ähren pro m² in FF1 binnen fünf Jahren von 14 auf über 5300 zu. Durch den Anbau einer Sommerung reduzierte sich der Ackerfuchsschwanz-Besatz um 34% und durch zwei Sommerungen um ganze 50%.

Vor allem Sommergerste hat sich aufgrund einer raschen Jugendentwicklung und Biomasseproduktion sowie dem frühen Saatzeitpunkt als sehr resolut gegenüber Ackerfuchsschwanz erwiesen. Ebenfalls denkbar wären Hafer und Ackerbohnen, da diese einen sehr guten Vorfruchtwert sowie frühen Saattermin haben. Hafer besitzt zwar...

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