Baden-Württemberg: "Rettet die Bienen" startet heute

50% Ökolandbau und weniger Pflanzenschutz sind nur einige der Forderungen des Vereins proBiene, der heute die ersten Unterschriften für das Volksbegehren Artenschutz sammelt.

Der Verein proBiene will ab heute (Sonntag) in Baden-Württemberg 10.000 Unterschriften von Wahlberechtigten sammeln. Diese braucht er, um das Volksbegehren beantragen und auf den Weg bringen zu können. Damit dieses Erfolg hat, müssten dann mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten unterschreiben.

Die zentralen Forderungen des Vereins sind:

• 50 % Ökolandbau bis zum Jahr 2035

•100 % der Staatsflächen werden ökologisch bewirtschaftet

• Halbierung der mit Pestiziden belasteten Flächen bis 2025

• Erweiterung des Biotopverbundes

• Intensivierung der Forschung und Bildung zu ökologischer Landwirtschaft und Naturschutz

• Monitoring und jährlicher öffentlicher Bericht zur Artenvielfalt

Erster Unterstützer sei der Bioanbauverband Demeter e.V. mit ca. 500 Landwirtschaftlichen Betrieben in Baden-Württemberg. Mittlerweile habe sich ein breites Bündnis aus mehr als 60 Verbänden, Unternehmen und Organisationen hinter die Forderungen gestellt. Dazu gehöre unter anderem auch Naturland, der Naturschutzbund, die Biosupermarktkette basic und die GLS-Bank.

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Hansjörg Schrade

Die einseitigen Forderungen an die Bauern schaden sowohl der Direkten Demokratie als auch der Umwelt

Meinungsfreiheit in Merkel- und Maasland 2019: dieser Kommentar von mir zum Volksbegehren gegen das Bienensterben wurde im engsten Bekanntenkreis gelöscht aus Sorge, in Populisten- und Klimaleugner-Nähe gebracht zu werden: "Doch die Maßnahmen des Volksbegehrens und die einseitigen Forderungen an die Bauern schaden sowohl der Direkten Demokratie als auch der Umwelt. Die Ursache des Artensterbens sind sicher nicht die Bauern allgemein. Die Ursachen des Artensterbens und damit der Hebel für Veränderungen liegen in der Agrarpolitik, die die großen Betriebe bei den Subventionen übermäßig bevorteilt. Eine weitere gravierende Ursache ist die sogenannte Umweltpolitik, die mit dem Erneuerbare Energiengesetz EEG die Alleinschuld an den immer ausgedehnteren Maismonokulturen der Landschaft trägt, weil die Subventionen aus der Ökoumlage im Strompreis Biogasanlagen und damit den Maisanbau lohnender als alle anderen Kulturen gemacht haben. Die Umweltpolitik auch mit dem inflationären Ausbau der Windkraft: jüngste Untersuchungen eines Stuttgarter Instituts belegen große Schäden an Insektenpopulationen durch die Windkraftflügel. Die pauschale Halbierung des Pestizideinsatzes oder die faktische Enteignung der Bauern durch einen Stilllegungszwang für 10 oder noch mehr Prozent ihrer Flächen löst das Problem nicht. Die berühmte Krefelder Studie stellte den drastischen Rückgang der Insektenmenge gerade in Naturschutzgebieten fest. Geradezu kontraproduktiv wäre jedoch die staatlich verordnete Erhöhung des Bio-Anbaus. Der dadurch verursachte Preisrutsch würde gerade diejenigen Landwirte bestrafen, die aus Sorge um die Umwelt bisher schon umgestellt haben und Biolandbau betreiben. Direkte Demokratie ja – aber nicht zu Lasten genau der Berufsgruppe, die schon immer am meisten für die Pflege der Kulturlandschaft und Natur tut."

von Gerhard Steffek

Perfide Scheinheiligkeit!

man beachte den Zeitraum bis 2030! Sicherlich bräuchte so eine Umstellung auch Zeit, aber wenn diese Umstellung dann im Jahre 2030 "erfolgreich" gelungen wäre und sich aber dann erst mal die Auswirkungen zeigen (und da werden die wenigsen Positiv sein) dann will es wieder keiner gewesen sein, bzw. man sucht dann wieder einen Schuldigen. Selber war man es ja nicht, man wollte ja nur das Beste. Wer aber wird dann wieder der Buhmann sein?

von Gerhard Steffek

Perfide Scheinheiligkeit!

man beachte den Zeitraum bis 2030! Sicherlich bräuchte so eine Umstellung auch Zeit, aber wenn diese Umstellung dann im Jahre 2030 "erfolgreich" gelungen wäre und sich aber dann erst mal die Auswirkungen zeigen (und da werden die wenigsen Positiv sein) dann will es wieder keiner gewesen sein, bzw. man sucht dann wieder einen Schuldigen. Selber war man es ja nicht, man wollte ja nur das Beste. Wer aber wird dann wieder der Buhmann sein?

von Gerhard Steffek

Da kann man nur noch sagen -

wenn's dem Esel zu Wohl wird, geht er auf's Eis.

von Rudolf Rößle

Gefahr

es ist nicht möglich einen Teil des Betriebes BIO zu produzieren. Sollten Kommunen und Kirchen BIO fordern, stehen viele Pächter sich nicht leicht lösenden Aufgaben gegenüber.

von Klaus Fiederling

Bayern war schneller - Baden-Württemberg dafür noch effizienter

Eine kleine, nur noch marginale Randgruppe innerhalb unserer dekadenten Wohlstandswelten -mit zunehmend asphaltierten Straßen, fortwährend gigantischem Flächenfraß, Plastikmüllbergen soweit das Auge reicht, äußerst praktischer Einwegproduktevielfalt, den sonnenhungrigen Vielfliegern im Urlaubsjet ganzjährig rund um unseren Planeten, „ästhetisch“ stylischen Steingärten ums schnuckelige Architekten-Eigenheim, den stolzen Diesel-SUV-Fahrern, die einzig Ökoprodukte zur eigenen Überlebensmaxime erklärt haben, was auch sonst, etc. pp.- lässt man nach und nach über die Klinge springen, um eben diese breiten Massen (98%, steigend) zu schützen. - Und das ist gut so!? // Laut einem Bericht gab es im vergangenen Jahrhundert 300 Schlepperhersteller in Deutschland, überlebt hat hiervon nur einer. Ob der sich wohl über eine solche Entwicklung erfreut zeigt? // Sämtliche Floriansjünger, die jetzt in nur Sekundenbruchteilen das eigene Gewissen zu entlasten wissen verkennen vielleicht noch, dass die Konsequenzen hieraus sämtliche Eigentümer erreichen werden; verspätet vielleicht, aber sie holen uns alle ein!

von Klaus Fiederling

Bayern war schneller - Baden-Württemberg dafür noch effizienter

Eine kleine, nur noch marginale Randgruppe innerhalb unserer dekadenten Wohlstandswelten -mit zunehmend asphaltierten Straßen, fortwährend gigantischem Flächenfraß, Plastikmüllbergen soweit das Auge reicht, äußerst praktischer Einwegproduktevielfalt, den sonnenhungrigen Vielfliegern im Urlaubsjet ganzjährig rund um unseren Planeten, „ästhetisch“ stylischen Steingärten ums schnuckelige Architekten-Eigenheim, den stolzen Diesel-SUV-Fahrern, die einzig Ökoprodukte zur eigenen Überlebensmaxime erklärt haben, was auch sonst, etc. pp.- lässt man nach und nach über die Klinge springen, um eben diese breiten Massen (98%, steigend) zu schützen. - Und das ist gut so!? // Laut einem Bericht gab es im vergangenen Jahrhundert 300 Schlepperhersteller in Deutschland, überlebt hat hiervon nur einer. Ob der sich wohl über eine solche Entwicklung erfreut zeigt? // Sämtliche Floriansjünger, die jetzt in nur Sekundenbruchteilen das eigene Gewissen zu entlasten wissen verkennen vielleicht noch, dass die Konsequenzen hieraus sämtliche Eigentümer erreichen werden; verspätet vielleicht, aber sie holen uns alle ein!

von Willy Toft

Denn sie wissen nicht was sie tun und anrichten!

Keiner will mehr für teurere Lebensmittel ausgeben, aber der Landwirt soll noch mehr Auflagen erfüllen! Jeder fange bei sich selber an und lege ein Blühbeet im Garten an! Alles Andere ist an Heuchelei nicht zu überbieten!

von Jens Pfau

Jeder einzelne könnte seinen Beitrag leisten

Ich finde es schade dass keine Fakten mehr zählen, sondern dass Organisationen mit diesem Populismus Kasse machen. Es wäre so einfach, es könnte jeder selbst in der Großstadt seinen Beitrag leisten. Mann müsste Mähroboter und Rasenmäher mit Fangsack, sowie englischen Rasen verbieten. Dann würden Kleinstlebewesen nicht abgesaugt und "entsorgt" sondern es würde in den Vorgärten wieder blühen und die Bienen würden auch hier Nahrung finde. anstatt immer nur den Buhmann der Nation für alles verantwortlich zu machen.

von Frank Groenewold

Was ist mit den Privathaushalten die haben keine Blumen mehr nur noch Steinwüsten

von Christoph Blankenburg

Demeter...

... sägt am Ast auf dem die angeschlossenen Betriebe sitzen. Die Produkte werden nicht zu kostendeckenden Preisen zu vermarkten sein. Milcherzeuger, die auf Bio umgestellt haben mussten schon schmerzlich erfahren, dass die Molkereien ihnen für ihre Produkte den besseren Preis nicht mehr anbieten konnten weil der Markt für Biomilch gesättigt ist. Auch Bioschweine sind schon in die konventionelle Schiene gegangen. Leider wird diese Ökoträumerei des Vereins proBiene vor allem in den Städten wieder viele Anhänger finden. Realitätssinn würde erst wieder eintreten, wenn Nahrungsmittel sich verknappen und damit teuer würden. Das ist aber nicht zu erwarten, weil wir mit dem Handelsbilanzüberschuss aus unserer Industrieproduktion auf der ganzen Welt einkaufen können, im Zweifelsfall auch den Ärmsten der Armen dieser Welt die Grundnahrungsmittel weg kaufen. Das wird das Dilemma der deutschen Landwirtschaft in der Zukunft sein und bleiben. Politik wird zunehmend getrieben von kleinen aber lautstark agierenden Gruppen mit wenig volkswirtschaftlichem Sachverstand aber dafür umso mehr Ideologie.

von Berthold Lauer

Unvollständig

Eine ganz wichtige Förderung vermisse ich: Mindestkonsum ökologischer Produkte zu kostendeckenden Preisen bis zum Jahr 2030 in Höhe von mindestens 50 % Anteil am Gesamtkonsum. Der Verbraucher hat dies zu dokumentieren und lückenlos nachzuweisen! Zuwiderhandlungen werden mit Haft nicht unter einem Jahr bestraft!

von Wilhelm Grimm

Und der Herrgot sah sich sein Volk an und weinte bitterlich.

Sogar ein Norddeutscher hat in der Schule gelernt, dass in Baden -Württemberg um 1835 eine riesige Hungersnot herrschte, die zur größten Auswanderungswelle aller Zeiten in Richtung Amerika führte. Ein Vulkan in Indonesien hatte die nördliche Erdkugel mit seinen Aschewolken auch am Tage zur Nacht gemacht. "Lieber Sklave in Amerika als Bauer in Baden Württemberg" war die Ansage jener Zeit. Jetzt haben wir mehr Bienen als noch vor einigen Jahren und die Dummen dieser Zeit wollen den Stadtmenschen ein durch die Landwirtschaft verursachtes Bienensterben eintrichtern. Da kann ich nur noch sagen: Das Musterländle am geistigen Tiefpunkt.

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