Interview

Mehr Arten dank weiter Reihe

Getreide in weiter Reihe anbauen und damit die Biodiversität fördern – wie gut das funktioniert, wird aktuell im Rahmen eines Modell- und Demonstrationsvorhabens durch das Institut für Agrarökologie und Biodiversität erforscht. Details zum Projekt nennt Dr. Rainer Oppermann.

Woher stammt die Idee, mit weiten Reihen im Getreide und blühender Untersaat die Biodiversität zu erhöhen?

Oppermann: Die Idee stammt aus Überlegungen zum Schutz von Feldvögeln und Ackerwildkräutern: Viele Feldlerchenbruten sind erfolglos, weil die Getreidebestände viel zu dicht stehen und keine Sonne und keine Wärme bis auf den Boden gelangt. Dann erfrieren Jungvögel oftmals, weil sie nach Regenschauern nicht mehr abtrocknen und klamm sind. Problematisch ist aber auch, dass das Angebot an Insekten und Bodentieren durch fehlende Ackerwildkräuter sehr gering ist. Somit suchten wir eine Maßnahme, die einerseits für lichtere Getreidebestände sorgt und gleichzeitig ein höheres Nahrungsangebot für Insekten bietet. Getreidebestände mit weitem Reihenabstand und mit einer blühenden Untersaat erfüllen diese Anforderungen.

Welche Arten profitieren am stärksten von dieser Maßnahme?

Oppermann: Von dieser Maßnahme profitieren eine Vielzahl von Arten, insbesondere Feldvögel wie Feldlerchen, Wachteln, Rebhühner und andere. Die...