Mehr Vielfalt durch Hochlandrinder Plus

Die Weidevegetation passt sich an die grasende Rinderrasse an, zeigen neue Versuchsergebnisse. Für eine höhere Artenvielfalt und eine geminderte Erosionsgefahr sorgen u.a. Hochlandrinder. Doch wann ist eine Bestandsergänzung lohnenswert?

Wo Tiere grasen, passen sich die Pflanzenbestände an die Beweidung an. Arten, die bei regelmäßigem Verbiss absterben oder besonders trittempfindlich sind, haben auf Weideflächen keine Chance. Pflanzenarten, die sich gegen den Fraß z.B. mit Stacheln oder Giftstoffen wehren können, vermehren sich hingegen stärker.

Welche Pflanzen sich durchsetzen, hängt allerdings vom Weidetier ab: So wählen Tierarten wie z.B. Kühe oder Ziegen unterschiedliche Futterpflanzen auf dem Grünland aus und zertreten die Pflanzen nicht im selben Ausmaß. Dass es sogar Unterschiede zwischen Rinderrassen gibt, zeigt eine neue Studie von Forschern der Universitäten Heidelberg und Göttingen sowie des schweizerischen Forschungsinstituts Agroscope.

50 Weiden an 25 Standorten

Um herauszufinden, ob Robustrinder und leistungsorientierte Rassen langfristig den Grünlandbestand der Weide beeinflussen, suchten die Forscher nach Versuchsflächen in den süddeutschen Mittelgebirgen und den Schweizer (Vor-)Alpen. Sie fanden 25 Flächen, die Hochlandrinder, eine typische Robustrasse, seit fünf Jahren oder länger beweiden. Diese Zeit benötigt die Vegetation mindestens, um sich an Beweidung anzupassen. Die Pflanzengemeinschaft dieser Hochlandrinder-Flächen verglichen die Forscher mit je einer benachbarten Weide. Auf diesen graste eine leistungsorientierte Rinderrasse wie Angus, Charolais, Fleckvieh, Simmentaler, Braunvieh und Limousin. Wie sich die unterschiedlichen Rassen durch die Leistungszucht unterscheiden, lesen Sie unter „Robust oder leistungsorientiert“ auf Seite 75.

Die Forscher achteten darauf, dass die Standortbedingungen der beiden Flächen ähnlich sind: die gleiche Hangneigung, beide nicht gemäht oder gedüngt, mit gleicher Intensität und vorher nur mit Mutterkühen bewirtschaftet. Findet sich ein Unterschied bei ansonsten gleichen Weiden, muss die Rinderrasse dafür verantwortlich sein.

Unbeliebte Leckerbissen

Und tatsächlich gibt es Unterschiede: Der auffälligste ist, dass auf Hochlandrinder-Weiden durchschnittlich 16% mehr verschiedene Pflanzenarten wachsen als auf den Nachbarweiden.

Worin sich der Unterschied begründet, haben die Forscher genauer untersucht und in der Übersicht zusammengefasst: Auf Weiden, auf denen leistungsorientierte Rinder...

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