Raps: So gehen Sie Schädlingen an den Kragen Premium

Nicht jeder Schädling ist bei Befall sofort bekämpfungswürdig. Ist die Schadschwelle aber erreicht, muss die Maßnahme sitzen. Bei der Entscheidung helfen Ihnen Gelbschalen, Prognose-Modelle und das Beobachten der Witterung.

Viele Rapsanbauer überraschte im letzten Frühjahr der starke Zuflug des Kohltriebrüsslers. Der Schädling besiedelte die Bestände im Norden zwar spät und kurz, dafür aber intensiv. In den übrigen Regionen war ein Befall schon am 11./12. März zu beobachten.

Das Ausmaß des Schadens zeigte sich deutlich – im Norden nach der Blüte, im Süden bereits vor Blühbeginn. Die Stängel waren äußerlich unauffällig, wiesen jedoch bei genauem Hinsehen Einstichstellen unterhalb der ersten Verzweigung und an den Blattstielen auf. Beim Aufschneiden zeigte sich, dass zahlreiche Larven das Mark befallen hatten – Wasser und Nährstoffe konnten diese Pflanzen nicht mehr speichern. Auch die Standfestigkeit der Pflanzen war gefährdet (siehe Foto 2, Seite 72).

Der Anflug des Kohltriebrüsslers erfolgte in einigen Regionen früh, als die Flächen noch nicht befahrbar waren. Zudem flog er so unregelmäßig zu, dass er sich mit einer Behandlung gegen den Stängelrüssler nicht sicher erfassen ließ. Der Befall mit Rapsglanzkäfern hielt sich hingegen in Grenzen.

Frühe Kontrollen sichern Erfolg:

Um die Frühjahrsschädlinge in der kommenden Saison in Schach zu halten, sind frühzeitige Kontrollen nötig. Stellen Sie die Gelbschalen aufs Feld, sobald die Temperaturen im Frühjahr an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 10°C steigen.

Beginnen Sie zunächst auf vorjährigen Rapsflächen, um das Erwachen des Großen Rapsstängelrüsslers festzustellen. Das kann bereits im Februar oder Anfang März der Fall sein, wenn die Bodentemperatur über 5°C steigt. Sind erste Fänge zu beobachten, sollte man die Gelbschalen in die aktuellen Rapsflächen stellen. Ist dort die Bekämpfungsschwelle erreicht, sollten Sie ein Insektizid sofort ausbringen. Gerade wenn die Temperaturen in kurzer Zeit schnell ansteigen, wie im April 2018, vollzieht sich der Reifefraß innerhalb weniger Tage. Wie Sie Gelbschalen am besten platzieren, lesen Sie in der Checkliste auf Seite 72.

Überwachen Sie mit den Gelbschalen auch Flächen mit kreuzblütigen Zwischenfrüchten, Greeningmischungen oder Ausfallraps in Zwischenfrüchten. Denn als Wirtspflanzen bieten diese den Schädlingen vom Herbst bis zum Frühjahr beste Lebensbedingungen. Der Reifefraß kann hier bereits erfolgt sein, bevor die Schädlinge in den diesjährigen Raps fliegen.

Ziel ist, die nachfolgende Eiablage zu verhindern. Dafür ist eine frühe Raps-Behandlung erforderlich. Doch...

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Artikel geschrieben von

Friederike Mund

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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