Top Weizensorten für den Süden Premium

Der Rohproteingehalt ist kein Zulassungskriterium mehr, bleibt für die Vermarktung aber wichtig. Hier die Sortenempfehlungen für Ihren Standort.

Die Weizenanbaufläche sinkt in Bayern seit dem Jahr 2009 zwar kontinuierlich. Dennoch ist und bleibt Weizen in den meisten Betrieben die wichtigste Getreideart. Obwohl ein nicht unwesentlicher Teil der Ernte im Futtertrog landet, dominiert im Süden der Anbau von A-Weizen. Der Ertragsvorteil von B- und C-Weizen ist zu gering.

E- oder A-Weizen?

Um die Backqualität von neu zugelassenen Sorten zu bewerten, zieht das Bundessortenamt nun nicht mehr den Rohproteingehalt als Kriterium heran. Der Grund dafür ist, dass neuere Sorten mit mittleren Gehalten wegen ihrer anderen Proteinzusammensetzung gleich gute Backergebnisse erzielen wie proteinreichere. Als Folge erhielten einige Sorten eine höhere Qualitätsgruppe:

  • Als E-Sorten gelten nun Chaplin und Opal.
  • Unter das A-Segment fallen Gustav, Hymalaya, KWS Maddox, LG Imposanto, Produzent, Rumor und Tobak.
  • Eine Einstufung als B-Weizen erhielten Hyena und Sheriff.

Trotzdem wird das Wegfallen des Rohproteingehalts als Zulassungsmerkmal auf absehbare Zeit nicht dazu führen, dass man es als Kriterium für die Qualitätsbezahlung ablöst. Denn einerseits lässt er sich einfach bestimmen und andererseits ist eine sortenreine Erfassung schwierig. Beim Vermarkten von Mahlweizen wird der Rohproteingehalt daher weiterhin eine wichtige Rolle spielen – auch wenn es wünschenswert wäre, wenn Handel und Verarbeiter den Anbau dieser neuen Sorten mit guten Backeigenschaften fördern würden.

Immer schwieriger wird es allerdings, die vom Handel geforderten Proteingehalte überhaupt zu erreichen. Weil die Vorgaben der Düngeverordnung die Stickstoffmenge begrenzen, ist das Steuern über die N-Düngung nur stark eingeschränkt möglich. Darum gilt Folgendes: Wählen Sie im Verwertungszweig „Qualitäts- und Eliteweizen“ möglichst Sorten mit einem hohen Proteinbildungsvermögen. Im E- und A-Weizensegment sind Sorten verfügbar, die trotz leicht reduzierter Düngung noch hohe Rohproteingehalte realisieren.

Bei den E-Weizen sind dies Axioma sowie Ponticus und nach bisherigen Ergebnissen auch Beryll und Moschus. Sie erreichen auch unter ungünstigen Bedingungen den geforderten Rohproteingehalt von 14%. Bei den A-Weizen hat sich besonders Spontan als proteinstark herausgestellt (siehe Übersicht 1). Ertragsstarke A-Sorten mit nur mittleren Rohproteingehalten wie Apostel, Asory, RGT Reform oder die neue Sorte LG Initial erreichen auf guten, ausreichend Stickstoff nachliefernden Standorten dagegen allenfalls das übliche Marktkriterium von 13% Protein.

Leider geht ein hoher Proteingehalt oft zu Lasten des Kornertrags. Berücksichtigen Sie dies und wählen Sie Sorten abhängig von den Standortverhältnissen aus. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass es bei der N-Effizienz von Sorten keine großen Unterschiede gibt. Das heißt, dass die Gesamt-N-Aufnahme bei allen Sorten nahezu gleich ist. Der Unterschied besteht darin, dass proteinstarke Sorten weniger Ertrag und dafür mehr Eiweiß bilden. Bei ertragsbetonten Typen ist es umgekehrt.

Vor allem wenn Sie im Mittel der Jahre eher niedrige Erträge erzielen, müssen Sie...

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Artikel geschrieben von

Matthias Bröker

Redakteur Ackerbau/Grünland

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