Virusalarm durch fehlenden Beizschutz? Plus

Bereits im ersten Jahr ohne die Neonic-Beizen schlugen Blattläuse als Überträger des Rübenvergilbungsvirus zu. Ein neues bundesweites Monitoring soll Schäden begrenzen.

Seit dem Verbot der Neonicotinoid-haltigen Beizen ist die Gefahr des Befalls durch das Rübenvergilbungsvirus sprunghaft angestiegen. Schon im ersten Jahr ohne den bewährten Beizschutz zeigten sich die Folgen auf rheinischen Rübenfeldern. Bereits im Frühjahr, kurz nach dem Auflaufen der Rüben, kam es vielerorts zu starkem Befall mit Schwarzen Bohnenläusen, der teils zu erheblichen Saugschäden führte. Die Grüne Pfirsichblattlaus trat zwar seltener auf, von ihr geht aber ein besonders hohes Risiko als Überträger (Vektor) von Viruserkrankungen aus.

Gelbe Spots in grünen Feldern

Die durchgeführten Insektizidspritzungen verschafften den jungen Rüben zunächst die notwendige Ruhe zum Wachsen. Ab Reihenschluss schien das Thema Läuse überstanden zu sein – denn die befürchteten Schäden durch Viren ließen sich in den darauffolgenden heißen und trockenen Sommermonaten erst einmal nicht feststellen.

Das Erwachen folgte dann im Spätsommer, etwa ab Mitte September. So zeigten sich in einigen Regionen des Rheinlandes gelbe Nester in den ansonsten grünen Rübenbeständen. Durchgeführte Blattuntersuchungen bestätigten den Verdacht auf Virusbefall. Am häufigsten wurden die Erreger BMYV (Beet mild yellowing virus) und BYV (Beet yellows virus) analysiert.

Im Rheinland waren die gelben Virusnester im vergangenen Herbst vor allem in der Region Jülich deutlich zu sehen. In den Gebieten Appeldorn und Euskirchen waren sie weniger stark ausgeprägt – hier litten die Rüben vor allem unter der sommerlichen Trockenheit und extremen Hitze.

Milder Winter fördert frühe Infektion

Die typischen Symptome viruskranker Rüben (orangegelbe Verfärbungen beim BMYV bzw. fahlgelb verfärbte Blattspreiten mit Nekrosen beim BYV) sind meist nur noch den älteren Landwirten bekannt. Denn durch die Neonic-Beizen traten Infektionen seit 25 Jahren praktisch kaum auf.

Die größte Gefahr der Übertragung geht nach wie vor von der Grünen Pfirsichblattlaus aus. Nach einem milden Winter – wie auch in diesem...

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