Würmer wollen wühlen! Premium

Regenwürmer können helfen, pflanzenbauliche Probleme zu lösen – und das kostenlos, effizient und nachhaltig. Dafür brauchen Sie nur das richtige Futter und eine angepasste Bodenbearbeitung.

Kennen Sie das: Verdichtete Böden und Strohmatten behindern die Wurzelbildung? Lassen Sie sich helfen – nicht von schwerer Technik, sondern von unscheinbaren Bodenbewohnern. Die Regenwürmer, auch Erdwürmer (engl. earthworms) genannt, sind unsere wertvollsten Helfer auf dem Acker.

Vorteile durch Tiefgräber

Es gibt drei ökologische Gruppen mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen: Im Waldboden, unter der Grasnarbe und im Kompost sind kleine und mobile Würmer zu finden, die sogenannten Streubewohner. Auf dem Acker trifft man sie eher selten.

In den oberen Bodenschichten, auch auf dem Acker, leben die Flachgräber und zersetzen dort bereits vorzersetztes pflanzliches Material. Sie bilden Ton-Humus-Komplexe und reichern damit den Boden an.

Wichtiger sind jedoch die tiefgrabenden Arten – sie sind auf dem Acker dafür zuständig, Erntereste zu verarbeiten. Ihre Röhren sind bis 1,80 m tief und sehr stabil, solange der Boden nicht tief bearbeitet oder gelockert wird. Bekanntester Vertreter ist der Tauwurm (Lumbricus terrestris, Foto oben). Auf sehr sandigen Böden sind die Tiefgräber seltener anzutreffen, ebenso wie in den mitteldeutschen Trockengebieten, die mit weniger als 500 mm Jahresniederschlag auskommen müssen (z.B. östliches Harzvorland). Wie sich diese drei ökologischen Gruppen genauer unterscheiden, lesen Sie unter „Regenwürmer – verschiedene Typen“ auf S. 65). Richtig gepflegt, können die Tiefgräber wahre Wunder vollbringen:

  • Die tiefen, vertikalen Bodenröhren dränen und belüften den Boden. In den Röhren wachsen Wurzeln dem Wasser hinterher in die Tiefe. Im Mai dieses Jahres kamen z.B. Weizenwurzeln auf 1,50 m Tiefe (Foto 1) – nur 30 cm vom Grundwasser entfernt. Die Tiefgräber dringen weit in den Unterboden vor. Dabei nehmen sie fruchtbare Krume mit, die die Röhren auskleidet (Foto 2).
  • Im Frühjahr trocknen Böden durch die Dränwirkung der Röhren zügiger ab und erwärmen sich schneller. Die Aussaat von Sommerkulturen kann zeitiger unter besseren Bodenbedingungen erfolgen. Auch die N-Mineralisation kommt schneller in Gang.
  • Die krümeligen Ausscheidungen der Regenwürmer reichern den Boden mit Nährstoffen, Phytohormonen und nützlichen Mikroorganismen an (Foto 3).
  • Mithilfe der Regenwürmer zersetzen sich Ernterückstände schneller. Das vermindert gleichzeitig daran anhaftende Krankheitserreger.

Wahre Überlebenskünstler

Seinen Namen hat der Regenwurm übrigens von seiner regen Tätigkeit. Dass er bei Regen an die Oberfläche kommt, damit er nicht ertrinkt, ist...

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