20 Jahre Gentechnik auf dem Acker

Schlecht fällt die Bilanz aus nach 20 Jahren kommerziellen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Report „Zwei Jahrzehntedes Versagens“, den Greenpeace anlässlich der großen Ablehnung von gentechnisch verändertem Mais in Europa veröffentlicht.

Schlecht fällt die Bilanz aus nach 20 Jahren kommerziellen Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Report „Zwei Jahrzehntedes Versagens“, den Greenpeace anlässlich der großen Ablehnung von gentechnisch verändertem Mais in Europa veröffentlicht.

In einem aktuellen Verfahren haben Deutschland und weitere 11 EU-Staaten sowie 4 Regionen den Anbau von sechs Gen-Mais-Linien auf ihrem Gebiet verhindert, weitere 5 Staaten dürften folgen. Der Report zeigt nach Ansicht der Umweltschützer gute Gründe gegen Gen-Pflanzen auf: von falscher Hoffnung, die Welt zu ernähren, bis zu nicht erreichten Innovationen.

„20 Jahre kommerzieller Anbau zeigen, dass es klug ist, den Anbau von Gen-Pflanzen zu vermeiden“, sagt Dirk Zimmermann, Gentechnikexperte von Greenpeace. „Doch einzelne Sorten abzulehnen kann nur ein erster Schritt sein. Wenn Agrarminister Schmidt Deutschlands Äcker dauerhaft gentechnikfrei halten will, muss er ein generelles Anbauverbot verhängen.“

Dem neuen Report nach erzielen Gen-Pflanzen keine höheren Erträge und werden den Herausforderungen der Landwirtschaft wie etwa dem Klimawandel nicht gerecht. Ihr Anbau gefährdet laut Greenpeace die gentechnikfreie Landwirtschaft, steigere den Pestizideinsatz und bedrohe so Umwelt und Artenvielfalt. Über die Sicherheit des Verzehrs gentechnisch veränderter Pflanzen herrsche nach wie vor Uneinigkeit, auch unter Wissenschaftlern. Insbesondere die Langzeitfolgen würden kaum untersucht und nicht überwacht. Unabhängige Risikoforscher hätten in der Regel keinen Zugang zu Saatgutmaterial, heißt es.
 
„Die Agro-Gentechnik hat ihre großen Ziele verfehlt. Ökologische Anbaumethoden und moderne Pflanzenzüchtung sind die längst verfügbaren Innovationen für die Landwirtschaft“, so Zimmermann. Konventionelle und Präzisions-Züchtungsverfahren („Smart Breeding“) haben seiner Meinung nach zahlreiche Pflanzen hervorgebracht, die die Gentechnik nicht liefern könne, etwa Sorten, die widerstandsfähig sind gegen Dürren, Salz oder Krankheiten.

In den USA bauten 1996 Landwirte erstmals kommerziell genutzte Gen-Pflanzen an. Heute wachsen auf etwa 3 % der weltweiten Agrarflächen Gen-Pflanzen. Der Anbau konzentriert sich auf einige wenige Länder, Kulturpflanzen und gentechnisch vermittelte Eigenschaften.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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