Ungerecht

Auch deutsche Rübenanbauer wollen Notfallzulassung für Neonicotinoide wie in Frankreich

Frankreich will den Rübenanbauern eine Ausnahmeerlaubnis zur Anwendung von Neonicotinoiden erteilen. Das verärgert die deutschen Landwirte, auch sie hätten das gerne und warnen vor Benachteiligung.

Das französische Agrarministerium hat den Rübenbauern aufgrund des hohen Schädlingsdruck die Genehmigung einer Notfallzulassung für Neonicotinoide im Zuckerrübenanbau in Aussicht gestellt. Dazu erklärt Dr. Hans-Jörg Gebhard, Vorsitzender der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker:

„Die Entscheidung des französischen Agrarministeriums, sich nun doch für eine nationale Notfallzulassung von Neonicotinoiden einzusetzen, zeigt, in welcher Sackgasse sich die Rübenanbauer aktuell befinden. Nach dem Wegfall dieser Wirkstoffe gibt es für sie derzeit keine wirksame Alternative, um sich vor Schädlingen und Viren zu schützen. Es drohen erhebliche Ertragsverluste und der Ausstieg aus dem Rübenanbau."

Sollte die Notfallzulassung in Frankreich vom Parlament beschlossen werden, verschärft das die ohnehin schon massiven Wettbewerbsverzerrungen innerhalb der EU weiter - zu Lasten der deutschen Anbauer, warnt Gebhard. Als größtes Zuckerrüben-Anbauland wäre Frankreich der zwölfte von 19 rübenanbauenden Mitgliedstaaten mit Notfallzulassung.

Er fortdert das Bundeslandwirtschaftsministerium auf, dieser Entwicklung nicht tatenlos zuschauen. "Die deutsche Zuckerwirtschaft fordert Fair Play für den deutschen Rübenanbau.“


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