Kartoffeln aktuell

Erste Schwarzbeinigkeit in Kartoffeln

Auf einigen Flächen ist Schwarzbeinigkeit zu beobachten. Problemflächen sollte man nun behandeln.

Auf einigen Flächen tritt Schwarzbeinigkeit auf. Erste Anzeichen können Sie an oberirdisch welkenden Pflanzen/Stängeln erkennen. Beim Herausziehen der betroffenen Stängel zeigen sich Verbräunungen. Typisch für einen Befall mit Schwarzbeinigkeit sind wässrig-weiche Stängel, die nach Buttersäure riechen. Die warmen Temperaturen der letzten Wochen haben den Pilz gefördert, durch Niederschläge können sich die Erreger im Bestand schnell weiterverbreiten.

Empfehlung: Auf Problemflächen können Sie kupferhaltige Mittel, wie z.B. 1,5 bis 2,0 kg/ha Funguran progress, zwei bis dreimal in Folge in die Krautfäule-Strategie integrieren. Achten Sie allerdings auf die Mischbarkeit! Kupfermittel dürfen nicht mit Ammonium- oder nitrathaltigen Düngern (z.B. AHL, Wuxal Top K, Wuxal Top N oder Yara Vita Kombi plus) sowie mit hoch wasserlöslichen Phosphordüngern gemischt werden.

Der Grund: Bei der Zugabe von bestimmten N-Düngern wird eine höhere Konzentration an Kupferionen freigesetzt und es kann zur Phytotox im Blattapparat kommen. Bei hoch wasserlöslichen P-haltigen Präparaten verbindet sich der Phosphor mit dem Kupfer und die Spritzbrühe kann ausflocken! Rühren Sie im Zweifelsfall vor dem Befüllen der Spritze eine Mischprobe im Eimer an. Mit allen gängigen Krautfäulefungiziden lassen sich die Kupferpräparate dagegen sehr gut mischen. Auch Bittersalz, Microtop, Bor, Mangan, Phosphik sowie Foliarel und Harnstoff lassen sich mit Kupfer zusammen ausbringen.

Breitet sich die Schwarzbeinigkeit nach der Behandlung trotzdem weiter aus, sollten Sie Befallsnester mit Quickdown + Toil abtöten. Wichtig ist zudem, eine evtl. Beregnung vorsichtig einzusetzen, damit die befallenen Pflanzen mit dem Beregnungswasser nicht weitere Pflanzen infizieren (oder die infizierten Knollen nicht über das Bodenwasser weitere Knollen anstecken).

Nicht verwechseln: Welkende Pflanzen können auch ein Zeichen von Rhizoctoniabefall sein, dann sind die Verbräunungen am Stängel aber fest. Möglich ist zudem ein Sclerotiniabefall, dann sind weiße Symptome am Stängel und schwarze Sclerotien (ähneln Mäusekötteln) im Stängel zu finden. Allerdings war es für eine Infektion mit Sclerotina bislang zu warm und zu trocken. Gegen diese beiden Erreger gibt es keine Bekämpfungsmöglichkeiten im stehenden Bestand.

Beachten Sie bitte die Zulassung, Gebrauchsanleitung und regionale Hinweise.


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