Frühjahrsbestellung

Hacken und Striegel erleben Renaissance

Die mechanische Unkrautbekämpfung erlebt im Landmaschinensektor durch steigende Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel und abnehmende Mittelverfügbarkeit eine Renaissance. Landwirte beginnen, sich zu informieren. Zum Teil sind Lösungen aber noch zu teuer oder die Effektivität überzeugt nicht. Die Anschaffungsplanung aber bleibt.

Striegel und Hacken haben in den letzten Jahren viele technische Neuerungen erfahren. Größere Arbeitsbreiten machen den Einsatz effektiver, Hacken erreichen mittlerweile auch den sensiblen Platz in der Reihe. Was für den ökologischen Landbau ein Muss ist, scheint für den konventionellen Landbau eine Alternative zu werden. Die Hersteller von Landmaschinen erweitern ihr Portfolio und Fusionen wie zwischen Amazone und Schmotzer zeigen, wie attraktiv der Markt ist, berichtet der Pflanzenschutzmittelhersteller Adama.

Die Firma aus Köln hat vor Beginn der Frühjahrsbestellung Landwirte im Januar 2019 über deren Investitionspläne zur mechanischen Unkrautbekämpfung befragt. Die Frage lautete: „Steht bei Ihnen in den beiden nächsten Jahren eine Investition im Bereich der mechanischen Unkrautbekämpfung an und wenn ja, welche Geräte sind von Interesse?“

Mehr als 50 % der insgesamt 158 teilnehmenden Landwirte erteilen Pläne für neue Striegel und Hacken ein klares „Nein“. Die andere Hälfte allerdings hat bereits Striegel für Getreide und Hackgeräte für Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln sowie Spezialgeräte wie eine Rollhacke für den Weinbau auf dem Hof stehen oder die Investition ist geplant. Der Einsatz mechanischer Hilfen kennt keine Kulturgrenzen. Zwei Landwirte greifen dabei auf einen Eigenbau zurück, zwei lassen die Unkräuter durch Lohnarbeit entfernen. Einer hat sich für die strombasierte Technologie entschieden und mittlerweile einen zweiten Anbieter auf dem Betrieb. Die Innovationsfreudigkeit führt zu einem hohen Informationsbedarf. Sieben Teilnehmer sondieren den Markt intensiv und vergleichen die Modelle. Zum Teil sind Lösungen noch zu teuer oder die Effektivität überzeugt nicht. Die Anschaffungsplanung aber bleibt.

Einige Landwirte teilten ihre Erfahrungen zu den Grenzen der mechanischen Unkrautbekämpfung mit. Demnach funktionieren die Systeme bei trockenem Boden optimal. Wenn es aber zu feucht für die mechanische Pflege ist oder das Wetter nach der Behandlung wieder umschlägt, wachsen Unkraut und Grassamen erneut durch. Je nach Vegetationszeitpunkt gerät die Kulturpflanze dann doch unter Druck und die Landwirte greifen zur Pflanzenschutzspritze. Im Trockenjahr 2018 wuchsen tiefwurzelnde Unkräuter dem Mais im Sommer nach der Hacke davon. Ein Landwirt kritisiert, dass über diese Effekte zu wenig berichtet werde.

Fast die Hälfte der Landwirte hat also bereits verschiedene Geräte zur mechanischen Unkrautbekämpfung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb oder beobachtet den Markt auf wirtschaftliche Innovationen. Die Bereitschaft, Striegel, Hacke und Co. in vielen Kulturen einzusetzen, sollte den Landmaschinenherstellern Ansporn sein, weiter in diese Technologien zu investieren und nach Wunsch der Landwirte, wirtschaftliche und praktikable Lösungen zu liefern, so Adama.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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