Rübenanbau

Jetzt noch SBR-tolerante Sorten bestellen

Neue Erkenntnisse über SBR-tolerante Rüben lassen das Angebot wachsen. Landwirte aus Befallsregionen, die noch Restmengen Rübensaatgut benötigen, sollten dies nutzen.

Sie breitet sich immer weiter aus, lässt Rübenfelder ab Juli gelb schimmern und sie scheint kaum zu stoppen. Die Rede ist von der Rübenkrankheit SBR, was für "Syndrome Basses Richesses" steht und mit "Syndrom niedriger Zuckergehalte" ins Deutsche übersetzt werden kann. SBR kann zu 3 % geringeren absoluten Zuckergehalten und bis zu 45 % geringeren Zuckererträgen führen. 2020 waren vor allem Gebiete in Baden-Württemberg, Franken, der Südpfalz und im Rheingraben wiederholt unterschiedlich stark betroffen.

Bekämpfung steckt noch in Kinderschuhen

Verursacher der SBR-Krankheit sind Bakterien, die von der Schilfglasflügelzikade übertragen werden. Diese Zikade scheint von dem Klimawandel zu profitieren und breiten sich immer weiter Richtung Norden aus. Eine Bekämpfung der Zikaden ist aktuell nicht möglich – gilt aber als ein Forschungsschwerpunkt im NIKIZ-Projekt („Nachhaltiges Insekten- und Krankheitsmanagement im Rübenanbau der Zukunft). In dem Projekt arbeiten Wissenschaftler daran den Schädling mittels insektenpathogenen Nematoden zu kontrollieren. Wann die Methode praxisreif sein wird, ist laut NIKIZ-Projektleiter Dr. Christian Lang aber noch offen.

Tolerante Sorten sind verfügbar

Auf Befallsstandorten empfiehlt sich nun der Anbau  toleranter Rübensorten.  Solche ließen sich anhand von Versuchen aus den letzten beiden Jahren ausfindig machen. 2019 selektierte Kandidaten sowie weitere neue Sorten standen 2020 in Exaktversuchen auf vier Standorten mit SBR-Befall. Aufgrund der ermittelten Daten empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Zuckerrübe Südwest für SBR-Standorte den Anbau der nematodentoleranten Sorten Racoon, BTS 700 N, Lunella KWS, Raison und Rhinema. Herausragend waren die Bereinigten Zuckererträge der Neuzulassung Gimpel. Diese Sorte ist jedoch nicht nematodentolerant und wird daher lediglich für Gebiete ohne Nematodenbefall empfohlen.
Neben den genannten Sorten empfiehlt die ARGE Zuckerrübe Südwest für den Anbau unter Nematodenbefall die EU-Sorte Citrus, die unter SBR-Befall ebenfalls gute Ergebnisse zeigte. Besonders vielversprechend für die weitere züchterische Arbeit zeigte sich 2020 eine Testhybride, die die zugelassene Sorten deutlich hinter sich zurück ließ.

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