Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz

JKI veröffentlicht neue Leitlinie zum Vorratsschutz

Getreide im Lager schützen? Das geht mit der neuen Leitlinie auch nach dem Integrierten Pflanzenschutz. Beachten Sie dabei diese acht Grundsätze.

Noch steht die Ernte auf dem Acker – nicht mehr lange und die ersten Landwirte lagern ihr Getreide ein. Doch was, wenn es im Lager plötzlich anfängt zu krabbeln? Dann heißt es: Schnell handeln!

Wie das auch beim Vorratsschutz im Sinne des Integrierten Pflanzenschutzes (IPS) funktionieren kann, zeigt die neue „Leitlinie für den integrierten Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz“. Erarbeitet und diskutiert vom Julius Kühn-Institut (JKI), zusammen mit Verbänden, weiteren Behörden und Praktikern wie dem Deutschen Bauernverband, dem Verband Deutscher Schädlingsbekämpfer und dem Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft.

8 Grundsätze zum Vorratsschutz

Die neue Leitlinie soll dazu beitragen, die Getreide im Lager besser zu schützen und Verluste weiter zu reduzieren, möglichst ohne chemische Mittel und giftige Gase. Nicht selten müsse der Schädlingsbefall derzeit chemisch kontrolliert werden, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Gründe dafür seien hauptsächlich eine mangelhafte Lagerhygiene und Bausubstanz der Läger bzw. dass die Ernteprodukte vor der Einlagerung unzureichend gereinigt wurden. Wie beim IPS auf dem Acker ist auch im Lager das Ziel, langfristig vorbeugende und nicht chemische Maßnahmen zu nutzen, um das Getreide zu schützen.

Für die Leitlinie hat das JKI acht Grundsätze zum Vorratsschutz erarbeitet:

  1. Vorbeugen
  2. Überwachen
  3. Entscheiden
  4. Nicht-chemische Maßnahmen
  5. Mittelauswahl
  6. Das notwendige Maß
  7. Resistenzen vermeiden
  8. Dokumentieren

Die acht Grundsätze zum Vorratsschutz sind in der Leitlinie als Entscheidungsbaum angeordnet. (Bildquelle: JKI)

Diese Grundsätze und ihre Maßnahmen ordnet die Leitlinie ein: Wie wirksam, wirtschaftlich oder verbreitet und bewährt sind die entsprechenden Maßnahmen gegen Käfer, Motten, Milben/Staubläuse, Nager/Wirbeltiere und Lagerpilze? Dabei berücksichtigt die Leitlinie zunächst die Routinearbeiten bei z.B. Lagervorbereitung, Transport und Warenannahme. Bei Befall hilft der Maßnahmenkatalog, eine passende Strategie zu finden, wie z.B. eine thermische Behandlung oder der Einsatz von Nützlingen.

Per Entscheidungsmatrix lässt sich nachvollziehen, welche Maßnahmen wirksam, wirtschaftlich, verbreitet und bewährt sind. (Bildquelle: JKI)

Praxisnahe Leitlinie Vorratsschutz

Die Grundsätze und Maßnahmen sind nicht festgeschrieben – das JKI will weiter verfeinern, und so praxisnah gestalten. Dafür gibt es seit diesem Jahr das „Netzwerk für den Wissenstransfer und die Implementierung der Leitlinie integrierter Pflanzenschutz im Sektor Vorratsschutz (VSnet)“, gefördert vom Bundeslandwirtschaftsministerium und koordiniert von JKI und dem Bundesverband der agrargewerblichen Wirtschaft (BVA).

Im Zentrum stehen sieben Betriebe aus Landwirtschaft, Handel und Verarbeitung, die die Inhalte der Leitlinie demonstrieren und so zur Weiterentwicklung des integrierten Pflanzenschutzes beitragen. Ebenso gehören Dienstleister wie Schädlingsbekämpfer oder Berater zum Verbund von VSnet.

Als nunmehr dritte Leitlinie ist diese zum Vorratsschutz erschienen. Weiterhin gibt es Leitlinien zum IPS in Zuckerrübe und Mais. Die Leitlinien werden in den Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) aufgenommen.

Die vollständige Leitlinie mit XXX können Sie hier als PDF herunterladen.

Bauernverband SH ruft Mitglieder zu Anpassung auf

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Artikel geschrieben von

Friederike Mund

Redakteurin Ackerbau/Grünland

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