Geschäftsbericht

KWS mit hohem Wachstumstempo im Auftaktquartal

KWS konnte den Gesamtumsatz 2019 um 14 % steigern. Eine hohe Wachstumsdynamik zeigen die Segmente Gemüse und Getreide. Neu zugelassen sind auch zwei Maissorten für 2020.

Die KWS Gruppe erzielte in den ersten sechs Monaten 2019/2020 einen Umsatzanstieg von 14,0 % auf 329,6 Mio. € (davon Umsatz mit Gemüsesaatgut: 44,3 Mio. €). Das Betriebsergebnis (EBIT) ist im ersten Halbjahr turnusgemäß negativ und erreichte –92,0 (–76,6) Mio. €. Das EBITDA verbesserte sich leicht auf –50,8 (–51,8) Mio. €.

„Unsere Segmente Getreide und Gemüse haben sich stark entwickelt“, kommentierte Eva Kienle, Finanzvorstand von KWS. „Das erste Halbjahr und die Vorzeichen für die anstehende Frühjahrsaussaat stimmen uns optimistisch für das laufende Geschäftsjahr."

Das erste Halbjahr (1. Juli bis 31. Dezember) trägt aufgrund der starken saisonalen Prägung nur etwa 25 % zum Gesamtumsatz des Geschäftsjahres bei. Das Betriebsergebnis (EBIT) der KWS Gruppe ist im ersten Halbjahr turnusgemäß negativ und erreichte –92,0 (–76,6) Mio. €. Dabei standen einem höheren Bruttoergebnis gestiegene Funktionskosten für Forschung & Entwicklung sowie für Vertrieb und Verwaltung gegenüber.

Im EBIT des Berichtszeitraums sind zudem nicht-zahlungswirksame Effekte in Verbindung mit der Akquisition von Pop Vriend Seeds enthalten. Diese resultierten im Rahmen der Kaufpreisallokation aus dem Verkauf der übernommenen, zum Fair-Value neu bewerteten Vorräte (–5,7 Mio. €) sowie aus Abschreibungen immaterieller Vermögensgegenstände (–11,1 Mio. €). Ohne Berücksichtigung der genannten Effekte lag das EBIT bei –75,2 Mio. €, eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um rund 2 %. Das EBITDA verbesserte sich leicht auf –50,8 (–51,8) Mio. €.

Das Finanzergebnis ging auf –27,4 (–21,1) Mio. € zurück, im Wesentlichen aufgrund des geringeren Beteiligungsergebnisses unserer at equity bilanzierten Gesellschaften von –19,7 (–16,0) Mio. €. Da sich die Haupterlöse unserer Gemeinschaftsunternehmen erst im dritten Quartal (Januar – März) einstellen, ist das Beteiligungsergebnis im ersten Halbjahr in der Regel deutlich negativ.

Das Zinsergebnis ging im Wesentlichen aufgrund höherer Zinsaufwendungen durch die Akquisitionsfinanzierung auf –7,8 (–5,1) Mio. € zurück. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag beliefen sich auf –32,8 (–36,5) Mio. €. Daraus ergab sich ein Periodenergebnis in Höhe von –86,5 (–61,2) Mio. € bzw. –2,62 (–1,85) € je Aktie.

Geschäftsentwicklung nach Segmenten

Der Umsatz im Segment Mais ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 133,4 (145,3) Mio. € zurück, im Wesentlichen aufgrund saisonaler Schwankungen bei der Aussaat. Im bedeutenden Maisanbaugebiet Brasilien hat die Aussaat von Wintermais später als im Vorjahr begonnen, so dass ein Teil der Auslieferungen erst nach Ende der Berichtsperiode erfolgte.

In Nordamerika hingegen waren die Erlöse im Vorjahr durch Frühverkäufe insbesondere bei Sojabohnensaatgut stark erhöht. Sehr erfreulich entwickelte sich das Geschäft in Argentinien mit einem Volumenanstieg von 13 %. In Europa werden im ersten Halbjahr regelmäßig nur geringe Erlöse erzielt.

Das EBIT des Segments lag bei –68,2 (–64,0) Mio. €. Das Segment erzielt den deutlich überwiegenden Teil seiner Erlöse und des Ergebnisses erst mit der Frühjahrsaussaat im dritten Quartal (Januar – März).

Der Umsatz des Segments Zuckerrüben ging im ersten Halbjahr auf 27,9 (45,3) Mio. € zurück. In der Vorjahresperiode hatte ein höherer Anteil an Frühverkäufen in einigen Regionen zu einem deutlichen Anstieg des Umsatzes geführt. Im laufenden Geschäftsjahr hingegen erfolgten entsprechende Verkäufe bzw. Auslieferungen erst nach dem Jahreswechsel.

Das Segmentergebnis lag im ersten Halbjahr mit –46,3 Mio. € deutlich unter dem Vorjahr (–22,7 Mio. €). Dies ist im Wesentlichen auf das geringere Umsatzvolumen in der Berichtsperiode sowie auf Erträge aus dem Forderungsmanagement im Vorjahr zurückzuführen. Die Erlöse aus dem Verkauf von Zuckerrübensaatgut liegen im ersten Halbjahr turnusgemäß noch auf niedrigem Niveau, wesentliche Umsätze werden erst mit der Frühjahrsaussaat im dritten Quartal (Januar – März) erwartet.

Im Segment Getreide stieg der Umsatz im ersten Halbjahr um 13 % auf 157,1 (139,0) Mio. €. Zum Umsatzanstieg trug im Wesentlichen das erfolgreiche Geschäft mit Hybridroggensaatgut (+29 %) bei, das von guten Rahmenbedingungen und der damit verbundenen höheren Anbaufläche profitierte. Während trockene Aussaatbedingungen das europäische Winterrapsgeschäft erschwerten, sind Roggensorten auch unter trockenen Bedingungen im Vergleich zu anderen Getreidekulturarten relativ ertragssicher. Das Segmentergebnis stieg insbesondere aufgrund höherer Deckungsbeiträge aus dem Hybridroggengeschäft auf 53,8 (47,0) Mio. €. Das Segment erzielt den deutlich überwiegenden Teil seiner Erlöse und des Segmentergebnisses im ersten Halbjahr.

Das Segment Gemüse, in dem die Geschäftsaktivitäten des zum 1. Juli 2019 erworbenen Gemüsesaatgut-Produzenten Pop Vriend Seeds einbezogen werden, trug mit einem Umsatzvolumen von 44,3 Mio. € erheblich zum Umsatzanstieg der KWS Gruppe im ersten Halbjahr bei. Auf Pro-forma-Basis ist das Geschäft weiter dynamisch gewachsen und profitierte von der anhaltend hohen Nachfrage nach Spinatsaatgut insbesondere in Nordamerika. Das Segmentergebnis (vor akquisitionsbedingten Effekten) erreichte 19,1 Mio. €. Unter Berücksichtigung nicht-zahlungswirksamer Effekte im Rahmen der Kaufpreisallokation aus dem Verkauf der übernommenen, zum Fair-Value neu bewerteten Vorräte (–5,7 Mio. €) sowie Abschreibungen immaterieller Vermögensgegenstände (–11,1 Mio. €) lag das Segmentergebnis bei 2,3 Mio. €.

Die Umsatzerlöse im Segment Corporate beliefen sich auf 2,5 (2,7) Mio. €. Diese werden im Wesentlichen durch die landwirtschaftlichen Betriebe generiert. Da im Segment Corporate sämtliche übergreifende Kosten für die zentralen Funktionen der KWS Gruppe sowie grundlegende Forschungsaufwendungen abgebildet werden, fällt das Segmentergebnis regelmäßig negativ aus. Die im Segment konsolidierten Kosten stiegen im ersten Halbjahr insbesondere durch einen höheren Personalaufwand im Rahmen des Reorganisationsprojekts GLOBE an. Das Segmentergebnis belief sich auf –54,4 (–51,6) Mio. €.

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Neue Maissorten zugelassen

KWS

KWS-Mais (Bildquelle: Pressebild)

Das Bundessortenamt hat dieses Jahr auch neue KWS-Maissorten zugelassen. Die neue Sorte KWS OTTO überzeugt demnach mit hohen und qualitativ guten Silomaiserträgen. KWS OTTO soll gleichzeitig beste Leistungen in der Biogasausbeute und im Biogasertrag zeigen, heißt es. Als einzige Neuzulassung erhielt sie die Note 7 im Merkmal Biogasausbeute.

Die zweite, neu zugelassene Sorte KWS JARO zeigt in den schwierigen Prüfjahren 2018 und 2019 – also auch unter Stress – stabile Leistungen sowohl im Silo- als auch im Körnermais. In beiden Nutzungsrichtungen liefere die Sorte hohe bis sehr hohe Erträge sowie eine gute Standfestigkeit, erklärt KWS weiter. Als Allrounder eigne sich KWS JARO vor allem für Betriebe, die flexibel wirtschaften möchten.

Mit Blick auf Anbaubedingungen, die sich regional aufgrund der Witterung langfristig ändern können, baut KWS sein Segment im späten Silo- und Körnermaisanbau konsequent aus. 2020 werden in den EU-Prüfungen für Biogas und Körnermais insgesamt vier vielversprechende Sorten von KWS geprüft: KWS SHAKO, KWS ADAPTICO, KWS ANTONIO und KWS INTELIGENS, so das Unternehmen.

In anderen EU-Länder sowie bei KWS eigenen Versuchen innerhalb Deutschlands hätten diese Sorten vielversprechende Leistungen gezeigt. Insbesondere für wärmere Standorte in Deutschland können sie damit eine echte Alternative für die Zukunft sein.


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