Kritik

NABU: Mehr Tempo beim Moorschutz

Die derzeitige intensive Nutzung durch die Landwirtschaft verhindert laut NABU, dass Moore ihre für den Naturhaushalt und den Menschen wichtigen Funktionen wahrnehmen können.

Der NABU fordert von der Bundesregierung mehr Tempo bei der Umsetzung der selbst gesteckten Ziele im Moorschutz. "Die Dürre im vergangenen Sommer war voraussichtlich nur ein kleiner Vorgeschmack dessen, was im schlimmsten Fall zur Normalität werden könnte. Wir brauchen daher in Deutschland mehr naturnahe Moore und eine Umstellung auf eine klimaschonende Moorbodennutzung", sagt NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Ziel müsse es sein, das Wasser nicht mehr so schnell wie möglich abzuleiten, sondern so lange wie möglich in der Landschaft zu halten.

Die derzeitige intensive Nutzung durch die Landwirtschaft verhindert laut NABU, dass Moore ihre für den Naturhaushalt und den Menschen wichtigen Funktionen wahrnehmen können. Sie führe sogar dazu, dass die Atmosphäre in Deutschland mit über 35 Millionen Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase jährlich aus landwirtschaftlich genutzten Mooren weiter aufgeheizt wird, so die Naturschützer.

"Landwirte dabei zu unterstützen, den Wandel der bisher praktizierten klimaschädlichen Landnutzung zu einer den gesellschaftlichen Interessen ausgewogenen Produktionsweise zu gestalten, wäre eine wichtige Aufgabe des zuständigen Bundeslandwirtschaftsministeriums", so Tschimpke weiter. Daher ist es wichtig, dass Deutschland sich bei den derzeitigen Verhandlungen zur Neuausrichtung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) für eine zukunftsfähige Landwirtschaft endlich engagiert einbringt.

Um Landnutzer bei Leistungen für den Moor- und Klimaschutz genügend zu unterstützen, müsse der Moorbodenschutz auch im künftigen Klimaschutzgesetz eine wichtige Rolle spielen. "Zusätzlich zu einer Stärkung der GAP beim Klimaschutz, wäre ein Moorklimafonds im Haushalt der Bundesregierung in Höhe von jährlich 500 Millionen Euro ein wichtiger Schritt, um den Klimaschutz in diesem Bereich voranzutreiben", so der NABU-Präsident.

Besonders in moorreichen Regionen bedeute die Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion für die Betriebe große Herausforderungen. Angesichts der langen Vorlaufzeiten von erfolgreichen Moorschutzprojekten müssten die erste Maßnahmen zügig geplant und zeitnah umgesetzt werden.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Die nächste Sau, die durch das Dorf getrieben wird?

Erledigt sich langsam der Artenschutz, kommt dafür jetzt wieder der Klimaschutz als neuer, alter Aufreger? Bzw. war es voriges Jahr die DUH, so ist es heuer der NABU. Viele Hunde sind des Hasen Tod, kommt mir da in den Sinn. Noch dazu, wenn ich bedenke - Moorboden...., da kommt mir die ganze norddeutsche Tiefebene in den Sinn, das ganze Emsland, Oldenburg, Pabenburg, Aurich und so, sind die da dort nicht fast alle auf tiefgründigen moorigen Böden? Hochburgen der Viehhaltung, - aber auch Kerngebiet des Oldenburgisch-Ostfriesischen-Wasserverbandes, der aus einigen wenigen Brunnen das Wasser aus den Boden holt für über eine Million Menschen. Irgendwie habe ich das Gefühl das hier eher ein ganz gewaltiges Schindluder durchs Dorf getrieben wird...

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