Positionspapier

OVID: Ohne Raps wird es schwer

Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie (OVID) veröffentlicht ihr Positionspapier “Eiweißstrategie 2.0”.

Stärkung des heimischen Rapsanbaus, realistische Einschätzung der Rolle heimischer Körnerleguminosen und Akzeptanz von nachhaltigen Soja-Importen sind nur einige der Forderungen, die der Verband in seiner zweiten Eiweißstrategie veröffentlicht.

Selbstversorgungsgrad sinkt auf 28 Prozent

Raps ist Deutschlands wichtigste Eiweißpflanze. Dennoch sind innerhalb der letzten fünf Jahre die Rapsproduktion um die Hälfte eingebrochen, die Flächen um mehr als 35 Prozent zurückgegangen. Infolgedessen sank der Selbstversorgungsgrad mit heimischen Proteinfutter von 40 auf 28 Prozent in 2018. Für 2019 ist ein Absinken auf 26 Prozent zu befürchten. Dazu Jaana Kleinschmit von Lengefeld, OVID-Präsidentin: “Wer sich für die Stärkung heimischer Proteinfutter ausspricht, muss den Rapsanbau im Fokus behalten. Das beginnt mit der Bedeutung des Rapses in der Fruchtfolge, der Vielfältigkeit in der Verwendung als hochwertiges Lebens- und Futtermittel bis hin zum Biodiesel und der gesellschaftlichen Anerkennung als ein jährlich wiederkehrendes Kulturgut im Landschaftsbild.”

Der Selbstversorgungsgrad mit Proteinfuttermittel in Deutschland. (Bildquelle: OVID)

Körnerleguminosen können Rapsmengen nicht kompensieren

Um die Eiweißlücke zu schließen, setzt die Bundesregierung verstärkt auf Körnerleguminosen. Jedoch stagniert deren Anbau. Infolge schlechter Witterung verringerte sich die Ernte 2018 sogar auf rund 436.000 Tonnen — ein Rückgang um 28 Prozent. Damit trugen heimische Hülsenfrüchte nur knapp drei Prozent zur Proteinversorgung aus Eiweißfuttermitteln bei. Der Hype um Körnerleguminosen sei nicht nachvollziehbar. Bereits im zweiten Jahr in Folge habe man die Anbaufläche von 2017 nicht erreicht. Mit ihrer schlechteren Flächeneffizienz im Verhältnis zu Raps werden Körnerleguminosen die wegbrechenden Rapsmengen kaum kompensieren können.

Soja bleibt gefragt

Der Sojaanbau in Deutschland dürfte an Bedeutung gewinnen. Auf 24.000 Hektar wuchsen 2018 etwa 62.000 Tonnen Sojabohnen. Experten schätzen, dass in Süddeutschland eine Anbaufläche von bis zu 100.000 Hektar möglich ist. Dennoch betrug 2018 der Anteil heimischen Sojas am gesamten Sojaschrotverbrauch nur 1,3 Prozent. “Soja aus Übersee wird auf absehbare Zeit eines unserer wichtigsten Proteinfuttermittel bleiben”, so Kleinschmit von Lengefeld.

Das Positionspapier finden Sie hier. Ein Interview mit Dr. Thomas Schmidt (Leiter Abteilung Futtermittel und Tierernährung bei OVID) können Sie hier lesen.


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie (OVID) fordert von der Bundesregierung ein Umdenken beim Thema Eiweißpflanzenstrategie. Der Anbau von Raps muss sich wieder lohnen.