Bundessortenamt

Sieben neue Sorten aus Rapool-Rapszüchtung zugelassen

Heiner, Crocodile und Croozer sind die neuen Rapssorten von Rappol für das Jahr 2020

Für den Rapool-Ring, Isernhagen, hat das Bundessortenamt im Dezember 2019 sieben Winterrapssorten neu zugelassen. Die Sorten Heiner, Crocodile und Croozer stehen zur Aussaat 2020 bereits für den Praxisanbau zur Verfügung.

Heiner soll mit einem Ölertrag von rel. 117 und der BSA-Einstufung 3 x 9 für Kornertrag, Ölertrag und Ölgehalt die leistungsstärkste Neuzulassung aus dem Wertprüfungszeitraum 2017-2019 sein, teilt das Unternehmen weiter mit. Heiner sei mit amtlicher Empfehlung vorzeitig in alle Landessortenversuche aufgestiegen. Die Sorte verfügt über eine TuYV-Resistenz, ist robust und winterhart bei mittlerer Reife und geringer Reifeverzögerung im Stroh für einen sehr leichten Mähdrusch, sagt der Züchter.

Crocodile sei die kornertragsstärkste Sorte im Kohlherniesegment und habe dies im Jahr 2019 bereits in offiziellen Leistungsprüfungen mit Kornerträgen von rel. 113 (S-H) und rel. 109 (M-V) unter Beweis stellen können, heißt es weiter. Zur Aussaat 2019 wurde die Sorte mit einer EU-Zulassung bereits größte kohlhernieresistente Sorte im deutschen Markt. Crocodile zeige eine vitale Jugendentwicklung mit ausgeprägtem Wurzeltiefgang im Herbst. Die sehr gute Winterhärte lege ein wichtiges Fundament und gibt Sicherheit auch bei späteren Aussaatterminen.

Croozer ist eine weitere Neuzulassung im Kohlherniesegment mit sehr guten Öl- und Kornerträgen, die ihre Leistung ebenfalls in der Ernte 2019 mit einen Kornertrag von rel. 109 in Mecklenburg-Vorpommern gezeigt habe. Die Sorte ist aufgrund des Leistungsprofils vorzeitig in die Landessortenversuche aufgestiegen. Mit dem Rlm7-Resistenzgen eignet sich Croozer für niederschlagsreiche Anbaugebiete oder Regionen mit hoher Rapsanbaudichte.

Alle Sorten ergänzen das aktuelle Rapool-Kernsortiment mit den Sorten Ludger, Smaragd, Violin, Puzzle, Hattrick und Bender.


Diskussionen zum Artikel

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von Andreas Gerner

bzgl. "Totes Pferd reiten"

Ich habe ebenso Bedenken, ob ich hier in Franken in Zukunft auf Raps setzen kann. Zwar hat der Erdfloh (noch) nicht die große Bedeutung und Kohlfliege gar keine, aber der Rapsglanzkäfer ist jetzt schon derb. Wenn man der letzte in der Flur ist, der noch Raps baut, bekommt man die ganze Population zu Besuch. Außerdem konzentriert sich der Zuflug nicht mehr, sondern über eine lange Phase kommen immer neue Käfer (nach Erwärmung sind die Käfer aus der Nachbarhecke sofort zur Stelle, aber die Käfer die weit fliegen und den Raps lange suchen müssen, kommen erst viele Tage später an). So war die letzten beiden Jahre das zugelassene Maximum an Mitteleinsätzen und eine Abfolge aus verschiedenen Mitteln nötig, um den Befall halbwegs unter der Schadschwelle zu halten. In der Gegend haben einige weniger "Aufwand betrieben" (Fehler: man darf einen schwächeren Raps nicht mit reduzierter Insektizidstrategie fahren! Bei weniger Pflanzen bzw. Trieben gilt erst recht: sofort bei Erreichen der Schwelle handeln!). Resultat: keine Blüte, kein Mähdrescher (Nebeneffekt: keine satte Biene, kein Honig für den Imker). Verlieren wir auch noch Biscaya, ist der Anbau sinnlos. (Für´s erste. Nach 2 Jahren rapsfreiem Deutschland dürfte die Population zusammengebrochen sein. Vielleicht wird etwas per Notfallzulassung oder etwas Neues verfügbar) - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Dennoch finde (bzw. fände?) ich es lobenswert, dass offenbar noch intensiv am Zuchtfortschritt gefeilt wurde (bzw. wird?), selbst wenn ungewiss ist, ob sich das Ganze für den Züchter noch auszahlt. WICHTIG: Mal angenommen, man bekommt den Durchschnittsertrag um 50% gepusht, dann wird sich die Politik hoffentlich zweimal überlegen, die effiziente Protein-, Honig- und Ölquelle Raps mit PSM- Verboten von zweifelhaftem Sinngehalt abzuwürgen. - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - Abgesehen davon gibt es Gegenden, wo der Erdfloh nicht die große Bedeutung hat. Und natürlich gibt es auch Märkte im Ausland, wo nach wie vor die wichtigen Mittel zur Verfügung stehen. Also wäre die Zuchtarbeit zumindest kein Totalausfall.

von Hermann Freese

Wir setzen Biscaya in erster Linie zur Blüte gegen den Kohlschotenrüssler ein. Ja, Mospilan SG kann dank B4 in der Blüte eingesetzt werden und hilft wohl auch gegen Kohlschotenmücke und -rüssler. Seit Netzmittelverbot in 2018 und ohne weitere Bausteine ist eine Resistenzbildung nur eine Frage der Zeit. Sie schreibe ja selber "müsste". Meine Frage nach Alternativen zielte aber vor allem auch auf die Bekämpfung des Erdflohs ab. Mehrmaliges spritzen im Nachgang ist nämlich mMn. weder ökologisch noch ökonomisch vertretbar, noch hat es überregional Erfolge gezeigt.

von Tobias Meixner

Mospilan SG müßte noch gut wirken.

von Hermann Freese

Die "neue" Beize hat der Erdloh hier aber noch nicht gemerkt. Und welche wirklichen Alternativen gibt es zu Biscaya? Klären Sie mich auf, sonst bleibt Ihre Antwort Träumerei. Ich würde mich ja freuen, Raps in der Fruchtfolge behalten zu können. Sehe da aber, genau wie die Berufskollegen, vor allem aus SH und MV, mit denen ich bereits gesprochen habe, momentan keine Chance.

von Hermann Freese

Die "neue" Beize hat der Erdloh hier aber noch nicht gemerkt. Und welche wirklichen Alternativen gibt es zu Biscaya? Klären Sie mich auf, sonst bleibt Ihre Antwort Träumerei. Ich würde mich ja freuen, Raps in der Fruchtfolge behalten zu können. Sehe da aber, genau wie die Berufskollegen, vor allem aus SH und MV, mit denen ich bereits gesprochen habe, momentan keine Chance.

von Tobias Meixner

Totes Pferd Raps

Es gibt neue Beize und zu Biscsaya gibt noch andere Mittel

von Hermann Freese

warum wird das tote Pferd Raps noch von den Züchtern geritten? Ich kenne keinen, der nach dem Beiz- und nun Biscayaende noch nennenswert Raps anbauen will.

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