Interview

„Jetzt könnten mehr Windparks entstehen“

Sie vertreiben das Antikollisionssystem IdentiFlight in Deutschland. Es hat jetzt als erstes System die Validierung zum Einsatz in der Windenergie erhalten. Was bedeutet das?

Schöttler: Hintergrund ist, dass Antikollisionssysteme zum Schutz von Großvögeln in Deutschland noch nicht gängige Praxis sind. Damit sich das ändert, hat das Kompetenzzentrum für Naturschutz und Energiewende (kurz: KNE) Kriterien aufgestellt. Unser Ingenieurbüro hat vor vier Jahren angefangen, das in den USA entwickelte System IdentiFlight auf den bei uns besonders betroffenen Rotmilan anzupassen. Zwei unabhängige Gutachterbüros haben drei Jahre lang zusammen mit dem TÜV Nord Untersuchungen an sechs verschiedenen Windenergiestandorten in Deutschland durchgeführt. Sie haben bestätigt, dass IdentiFlight das Tötungsrisiko für Rotmilane erheblich senkt. Auch das KNE hält es jetzt für praxisreif.

Was bedeutet das jetzt für die Praxis?

Schöttler: Heute müssen Windparks pauschale Abstände zu Brutstätten von Vögeln...