Interview

Wir brauchen dringend mehr Tempo beim Klimaschutz!

Prof. Dr. Quaschning von der HTW Berlin erläutert, wo es bei der Energiewende aktuell hakt und welchen politischen Einfluss die Fridays-for-Future-Bewegung hat.

Anders, als Kritiker vorhergesagt haben, demonstrierten tausende Schüler auch in den Ferien für mehr Klimaschutz. Was bringt die Fridays-for-Future-Bewegung der Energiewende?

Quaschning: Die junge Generation hat eines bewegt: Klimaschutz und Energiewende werden jetzt nicht mehr nur als Themen von „Ökofanatikern“ wahrgenommen. Politiker, die die Aktivitäten als „Schulschwänzen“ ins Lächerliche gezogen haben, mussten viel Kritik einstecken. Aber nicht nur die Proteste haben ein Umdenken bewirkt. Der zweite Dürresommer nacheinander, die Hitzewelle in Deutschland und die massiven Trockenheitsschäden an den Bäumen haben auch großen Einfluss. Jetzt erkennen auch Laien an den im Juli braun gefärbten Bäumen, dass der Klimawandel sichtbar wird.

Aber immer wieder melden sich Kritiker zu Wort, die den Einfluss des Menschen auf den Klimawandel für gering halten und demnach den Erfolg von CO2-Einsparungen anzweifeln.

Quaschning: Diese Kritiker kommen oft aus dem eher konservativen politischen Lager. Meist verstecken sie sich hinter Theorien von wenigen emeritierten Professoren. Ihr Engagement im Internet täuscht aber. Es sind vielleicht ein paar Dutzend Wissenschaftler, die eine andere Meinung haben, im Vergleich zu zehntausenden anderen. Wir haben...