Laubkompost und Agroforst gegen Stickstoffüberschüsse

Wissenschaftler untersuchen in einem Forschungsprojekt, ob sich mit schnellwachsenden Bäumen auf Ackerflächen und einer Düngung mit Laubkompost der Stickstoffaustrag ins Grundwasser reduzieren lässt.

In der Agroforstwirtschaft – einer Kombination aus Agrar- und Forstwirtschaft – werden schnellwachsende Bäume und landwirtschaftliche Kulturpflanzen nebeneinander auf einem Feld angebaut. "Mit diesem System könnten mehr Nährstoffe im Boden gehalten und die Erosion verringert werden. Wird das entsprechende Feld zusätzlich mit Laubkompost gedüngt, kann das dazu führen, dass mehr Stickstoff im Oberboden gehalten und so das Grundwasser geschont wird“, erklärt Dr. Christian Böhm vom Lehrstuhl Bodenschutz und Rekultivierung an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) aus Cottbus-Senftenberg.

Laub als langsam wirkender Dünger

„Die mit Stickstoffdünger angereicherten Laubkomposte geben den Stickstoff nach und nach an den Boden ab, sodass er effizienter von den Pflanzen genutzt werden kann“, betont Böhm. Sollte dennoch Stickstoff in tiefere Bodenbereiche gelangen, würde dieser durch die Wurzeln der quer zur Fließrichtung des Grundwassers angepflanzten Bäume aufgenommen und so im Kreislauf gehalten, ohne das Grundwasser zu belasten, so Böhm weiter.

Wie wirksam das Verfahren ist, soll in den kommenden drei Jahren in einem Forschungsprojekt getestet werden. Mit dem Dresdner Grundwasserforschungszentrum und der Firma Galle Kompostierung & Landschaftsbau (Sonnewalde) soll das Verfahren nun in Zusammenarbeit mit zwei Agrarbetrieben und einem Gewässerverband getestet werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert dies fachlich und finanziell mit rund 599.000 Euro.

Verfahren könnte viele Probleme lösen

„Bestätigen die Daten die Vermutungen der Projektpartner, bietet das Verfahren einen vielversprechenden Ansatz und könnte ein wichtiger Mosaikstein für die Lösung eines der drängendsten ökologischen Probleme in der Landwirtschaft werden“, so DBU-Experte Dr. Holger Wurl. Ein weiterer Vorteil des Projektes: Weil die Blätter der Bäume auf dem Feld allein von der Menge nicht ausreichend seien, soll kompostiertes Laub aus städtischen Gärten und Parks verwendet werden. Das werde bisher zwar gesammelt, häufig jedoch nicht weiter genutzt. „So können die ansonsten ungenutzten Nährstoffe aus der Stadt im ländlichen Raum in den Kreislauf zurückgegeben werden“, ergänzt Wurl.


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Gebken

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