Biokraftstoffe

Streit um Palmöl spitzt sich zu Premium

Anders als ursprünglich geplant könnte die EU doch wieder Palmöl als Rohstoff für Biokraftstoffe zulassen. Während Bauernverband und UFOP mögliche Schlupflöcher schließen wollen, kritisieren Palmölerzeuger die Voreingenommenheit.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) kritisieren einen kürzlich von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlag für eine gesetzlich verbindliche Definition von Rohstoffen für Biokraftstoffe. Dabei geht es um solche Rohstoffe, deren Produktion mit einem hohen Risiko indirekter Landnutzungsänderungen verbunden ist. Das trifft vor allem auf die Nutzung von Flächen mit einem hohen Kohlenstoffbestand zu, z.B. Regenwald. Diese Definition ist nach der neugefassten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) erforderlich, die wiederum bis zum Jahr 2030 das schrittweise Auslaufen von Biokraftstoffen aus Rohstoffen wie Palmöl vorgibt. Dessen Verwendung in der Biokraftstoffproduktion ist umstritten, weil es nach Ansicht der Kritiker die illegale Regenwaldrodung begünstigt.

Kritik: EU schafft Schlupflöcher für Palmölimporte

„Aus falsch verstandener Scheu vor handelspolitischen Diskussionen schafft die EU-Kommission Schlupflöcher, durch die Palmöl zur Biokraftstoffproduktion weiter ungehindert in die Europäische Union fließen kann. Damit konterkariert sie die Nachhaltigkeitsziele für Biokraftstoffe“, betont Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes.

Diese Schlupflöcher entstünden nach Ansicht des DBV durch geplante Ausnahmeregelungen für Palmöl von Kleinerzeugern. Dieses Palmöl kann nach dem Vorschlag der EU-Kommission weiter als Rohstoff mit einer geringen Gefahr indirekter Landnutzungsänderungen zertifiziert werden. „Es ist absurd, einem Rohstoff wie Palmöl einmal ein hohes und einmal ein niedriges Risiko ...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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