Agrarpaket

Ripke: „Freiwilliges Tierschutzlabel wird niemals Breitenwirkung erzielen!“

Der Geflügelverband kritisiert die geplante Freiwilligkeit des staatl. Tierwohlkennzeichens und die fehlende Einbettung der Regelungen in dringend nötige Anpassungen beim Bau- und Umweltrecht.

"Ein freiwilliges Label wird niemals die gewünschte Breitenwirkung erzielen und ist mit deutlichen Wettbewerbsnachteilen verbunden", sagte Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) nach Bekanntgabe der Pläne des Bundeskabinetts am Mittwoch. Die deutsche Geflügelwirtschaft begrüße es daher sehr, dass Bundesagrarministerin Julia Klöckner sich kurzfristig bei der Europäischen Kommission in Brüssel um ein Pflichtlabel bemühen will.

"Mit einem bloßen Label ist es nicht getan!", mahnt ZDG-Präsident Ripke. "Die politisch-rechtlichen Rahmenbedingungen im Bau- und Immissionsrecht müssen sich dringend ändern, sonst bleibt das Label bloße Theorie. Eine ,Tierwohlverbesserungsgenehmigung‘ muss im Bau- und Immissionsschutzrecht umgehend etabliert werden. Unsere Landwirte sind absolut bereit für mehr Tierwohl in ihren Ställen - aber die Politik muss sie jetzt auch in die Lage versetzen, nötige bauliche Anpassungen an die Tierwohlkriterien umzusetzen. Wir brauchen endlich eine tragfähige, zukunftsorientierte Lösung für den Zielkonflikt von Tierwohl und Umweltschutz."

"Die vollständige und gesicherte Erstattung der Mehrkosten für unsere Bauern muss Kernbaustein bei der Tierwohlkennzeichnung sein", erneuert Ripke zudem die Forderung der Geflügelwirtschaft nach einer Tierwohlprämie. Der ZDG-Präsidient ist optimistisch, dass die geforderten Änderungen noch erzielt werden können: "Wir setzen hier stark auf die parlamentarische Debatte und die Ergebnisse des von Bundesministerin Klöckner eingesetzten Kompetenznetzwerks Nutztierstrategie. Es braucht einen Gesellschaftsvertrag, breit getragen vom Erzeuger über den Handel bis hin zum Verbraucher."

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Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

Es wird keinen Gesellschaftsvertrag geben, der Käufer will alles und zwar sofort und am besten kostenlos, aber zumindest billig. Die Forderungen sind da, der Wille selbst dafür was zu tun, aber nirgends.

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