Mehr Tierschutz

Schweiz verschärft Vorgaben für Gasbetäubung von Geflügel

Bei der Schlachtung von Hühnern und Puten gelten in der Schweiz ab 2022 schärfere Tierschutzvorgaben. Statt CO2 sollen schonendere Gasgemische zum Einsatz kommen.

Um den Stress und das Leiden der Tiere in und außerhalb von Schlachtbetrieben weiter zu vermindern, hat in der Schweiz jetzt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Verordnung über den Tierschutz beim Schlachten (VTSchS) revidiert.

Im Zuge der Überarbeitung wurden nach Angaben des BLV unter anderem die Betäubungsmethoden an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst. Zudem gelten erstmals Vorgaben für die Gasbetäubung von Hühnern und Truthühnern. Berücksichtigt wurden bei den Änderungen unter anderem die Erkenntnisse aus der 2018 und 2019 durchgeführten Analyse „Tierschutz und Fleischkontrolle in Schlachtbetrieben“ der Bundeseinheit für die Lebensmittelkette (BLK).

Laut BLV erfolgt die Gasbetäubung von Hühnern und Truthühnern, die vor allem in Großbetrieben eingesetzt wird, derzeit ausschließlich mit CO2. Mit der Überarbeitung der Verordnung wurde die Grundlage dafür gelegt, dass künftig auch schonendere Gasgemische eingesetzt werden könnten.

Darüber hinaus enthält die neue Verordnung zahlreiche Anpassungen aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, beispielsweise präzisere Vorgaben zur Elektrobetäubung und zur Beurteilung des Betäubungserfolgs. Außerdem wurden die Ansatzstellen für Bolzenschussgeräte und Betäubungszangen sowie die Entblutungszeiten bei kleinen Wiederkäuern neu festgelegt.

Die Verordnung tritt am 1. Januar 2022 in Kraft. Für Änderungen, die in den Schlachtbetrieben bauliche Anpassungen erfordern, ist eine Übergangsfrist von zehn Jahren vorgesehen. Eine Übergangsfrist von einem Jahr gilt für die Dokumentationspflicht bei der CO2-Betäubung von Schweinen.


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