Die neuen Steuer-Regeln für Direktvermarkter Plus

Ab 1. Juli 2010 gelten neue Gewerbegrenzen für Direktvermarkter. Die Folge: Manche Hofläden, die bisher gewerblich laufen, können wieder landwirtschaftlich werden. Andere kommen neu in die Gewerblichkeit.

Viele Direktvermarkter sind echte Verkaufsprofis. Leider müssen sie sich auch im Steuerrecht besonders gut auskennen. Denn hier sind verschiedene Grenzen zu beachten, bei deren Überschreitung die Direktvermarktung gewerblich wird. Die Regelungen sind teilweise sehr kompliziert.

Das ändert sich zum 1. Juli 2010. Die Besteuerung der Direktvermarkter wird deutlich vereinfacht. Insbesondere gelten ab dem kommenden Wirtschaftsjahr völlig neue Kriterien für die Abgrenzung zwischen Landwirtschaft und Gewerbe. Die Einzelheiten hat die Finanzverwaltung in einem BMF-Schreiben vom 18.1.2010 geregelt. Sie zieht damit die Konsequenzen aus einem Urteil des Bundesfinanzhofes vom 25.3.2009 (AZ: IV R 21/06).

Kein Gewerbe beiEigenerzeugnissen

Am wenigsten ändert sich für Betriebe, die ausschließlich eigene Erzeugnisse vermarkten. Gemeint sind alle landwirtschaftlichen Urprodukte, wie Milch, Eier, Kartoffeln, Obst und Gemüse, aber auch Schweinehälften oder Rinderviertel, die im eigenen Betrieb erzeugt werden.

Ihre Vermarktung findet – steuerlich gesehen – künftig immer im Rahmen des land- und forstwirtschaftlichen Betriebes statt. Die mit der Vermarktung erzielten Einkünfte sind somit Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft. Dies gilt unabhängig davon

wie umfangreich bzw. umsatzstark die Direktvermarktung ist;

ob an Wiederverkäufer (z. B. Großhandel) oder an Endverbraucher vermarktet wird;

wo der Verkauf stattfindet, ob auf der Hofstelle (mit oder ohne Hofladen), über einen Marktstand, ein eigenes Ladengeschäft, oder ob die Produkte den privaten Kunden nach Hause...

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