Photovoltaik: Was tun, wenn die Förderung ausläuft?

Die ersten PV-Anlagen sind schon über 20 Jahre alt, fallen damit aus der Einspeise-Förderung und erhalten nur noch den Börsenstrompreis. Lohnt sich der Weiterbetrieb?

Unsere Expertin

Tabea Falter, C.A.R.M.E.N. e.V., Straubing

Alte Photovoltaikanlagen brauchen eine neue Perspektive. Deren Betreiber dürften daher mit Spannung die Diskussionen um die EEG-Novelle (Erneuerbare-Energien-Gesetz) verfolgt haben. Lange sah es sogar danach aus, dass es keine Anschlussregelung für die sogenannten Ü20-Anlagen geben würde. Die Anlagenbetreiber hätten somit nicht nur die EEG-Vergütung verloren, sondern hätten sich auch noch selbst um die Vermarktung kümmern müssen. Erst am 18. Dezember des vergangenen Jahres konnte die große Koalition den gordischen Knoten durchschlagen. Das EEG 2021, am 28. Dezember in finaler Form veröffentlicht und am 1. Januar in Kraft getreten, stellt nun sicher, dass Netzbetreiber Strom aus Altanlagen bis maximal 100 kW bis mindestens 31.12.2027 abnehmen müssen, wenn auch nur zu Börsenpreisen. Damit ist zwar der Weiterbetrieb gesichert, aber ist dieser auch wirtschaftlich? Welche weiteren Möglichkeiten haben Betreibende sonst noch? Vor diesen Fragen stehen nun viele Landwirte. Denn sie haben auch früh auf Photovoltaik gesetzt und auf etlichen Stall- und Hallendächern liegen abbezahlte PV-Anlagen mit offener Zukunftsperspektive. Für sie gibt es drei denkbare Szenarien:

  • Weiter den gesamten Strom ins Netz einspeisen, aber zu Börsenpreisen von 3–4 ct je Kilowattstunde (kWh).6

  • Einen Teil selbst in Haus und Hof verbrauchen und den Rest einspeisen.7

  • Die alte Anlage gegen eine neue tauschen.8

Welche Variante die lukrativste ist, haben wir an einem fiktiven Beispiel berechnet. Landwirt Bernd Meinert (Name frei erfunden) betreibt eine 30 kW-Anlage aus dem Jahr 2000. Die Überlegungen sind stark vereinfacht, da weder steuerliche Betrachtungen noch eine weitere graduelle Verschlechterung der Modulleistung mit einbezogen werden. Auch lässt sich nicht vorhersagen, wie sich die Strompreise entwickeln. Es wurde bewusst auf ein Szenario mit Batteriespeichern verzichtet, da diese aktuell aufgrund hoher Investitionskosten in der Regel noch die Wirtschaftlichkeit verschlechtert. Die präsentierten Optionen bieten dennoch einen guten Überblick.

Einen breiten Überblick, was sich mit dem neuen EEG 2021 sonst noch alles ändert, finden Sie im Energieteil dieser Ausgabe ab S. 124.

1. Volleinspeisung zu...